Grippewelle lässt Wittgenstein nicht durchatmen

Die Grippewelle ist auch in Wittgenstein noch längst nicht ausgestanden.
Die Grippewelle ist auch in Wittgenstein noch längst nicht ausgestanden.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Schulen, Behörden und Arztpraxen ächzen unter der außergewöhnlich hohen Zahl von Influenza-Infektionen.

Bad Berleburg..  Die aktuelle Grippewelle hat die drei Wittgensteiner Kommunen weiterhin fest im Griff. Davon kann Dr. med. Andreas Lemmen, Facharzt für Allgemeinmedizin in Bad Berleburg, ein Lied singen: Zeit für ein ausführliches Gespräch habe er leider nicht, seine Praxis: voll von Grippepatienten. Auch zwei seiner Mitarbeiterinnen hat es erwischt. Dem geregelten Arbeitstag nicht gerade zuträglich.

Die Symptome, so berichten Betroffene, seien dabei stets die gleichen: Reizhusten, ein Gefühl der Mattheit, immer wieder auch Fieber. Laut Angaben der gesetzlichen Krankenkasse DAK Gesundheit ist die Zahl der Erkrankungen am Influenza-Virus in NRW in den ersten Wochen dieses Jahres 14 Mal so hoch wie noch im Vorjahr.

Auch die Kinder leiden

Auch die Kinderärzte Dr. med. Djurdia Weyandt und Dr. med. Leif Wolter müssen derzeit ohne zwei grippekranke Angestellte auskommen, das Telefon klingelt ohne Unterlass. Seit längerem grassiere ein Virus-Infekt unter ihren jungen Patienten, dem Influenza-Virus in der Symptomatik nicht unähnlich. Eine Ansteckung sei nur schwer zu vermeiden. Weyandt: „Wir können die Kinder schließlich nicht alle aus den Schulen und Kindergärten nehmen.“

Wie sieht es im Berleburger Rathaus aus? Pressesprecherin Regina Linde berichtet der Heimatzeitung telefonisch, dass es allein in den vergangenen Tagen vier Neuerkrankungen in der Stadtverwaltung gegeben habe. Spricht’s und hustet. „Wir halten durch“, sagt sie, „noch sind wir handlungsfähig.“

Längere Ausfallzeiten

Ein ernstes Problem allerdings ist die generelle Ausfallzeit der Grippepatienten. Eine ganze Woche Krankschreibung und länger, das bestätigen Linde und auch Andreas Wolf, Pressesprecher bei EJOT Verbindungstechnik, sei momentan eher die Regel als die Ausnahme. Ein weiteres klares Indiz dafür, dass der Virus zu großen Teilen für die Ausstellung der „gelben Scheine“ verantwortlich zeichnet. Zudem sind Fälle von Mitarbeitern bekannt, die sich unlängst bereits ein zweites Mal arbeitsunfähig melden mussten.

Etwas mehr Glück – weil geringe Ausfallzahlen – hat Clemens Binder, stellvertretender Schulleiter des Johannes-Althusius-Gymnasiums in Bad Berleburg. Doch er warnt: „Das kann ja noch kommen.“