Grabsteine neongrün markiert

Bad Berleburg..  Vandalismus auf dem Friedhof? In den vergangenen Tagen haben etliche Besucher des Waldfriedhofes am Sengelsberg in Bad Berleburg nur Kopfschütteln übrig gehabt für eine offensichtliche Dreistigkeit. „Haben die Täter kein Pietätsgefühl?“, fragte eine aufgeregte Leserin am Telefon.

Auf der Polizeiwache in Bad Berleburg sind die augenscheinlichen Schmierereien bekannt. Aber die Beamten können keine Auskunft geben, verweisen an die Stadtverwaltung und da muss Pressesprecherin Regina Linde auf Anfrage einräumen: „Ja. Nach Rückfrage bei unserer zuständigen Abteilung im Haus wurde bestätigt, dass die Markierungen durch unsere Mitarbeiter vorgenommen wurden. Es geht darum, Grabstätten zu kennzeichnen, bei denen die Grabsteine entfernt werden müssen, um die in dieser Woche anstehenden Einebnungen der Gräber vornehmen zu können.“

Auf Nachfrage räumt Pressesprecherin Linde ein: „Leider haben die beauftragten Kollegen es wohl mit der Kennzeichnung etwas übertrieben, wofür ich mich im Namen der Stadt bei den Bürgerinnen und Bürgern entschuldige.“

In Zeitungsanzeigen, so genannten „Amtlichen Bekanntmachungen“, hatte die Stadtverwaltung darauf hingewiesen, dass Einebnungen der Gräber (Bestattungsdaten 1984 und früher) eingeebnet werden sollen. Angehörige wurden außerdem darum gebeten, Grabsteine oder Grabschmuck zu entfernen. Linde: „In den Fällen, in denen Adressen von Nachkommen oder Angehörigen vorlagen, wurden diese Personen seitens der Stadt zusätzlich nochmals schriftlich über die beabsichtigte Einebnung der Gräber unterrichtet.“

Auch Bürgermeister Fuhrmann wurde über diese „unglückliche Geschichte“ informiert. Er machte sich am Dienstagabend selbst vor Ort einen Eindruck“.

Pfarrerin mahnt Sensibilität an

„Ich habe bisher noch keine Beschwerden gehört“, sagt Bad Berleburgs Pfarrerin Claudia Latzel-Binder im Gespräch mit unserer Lokalredaktion. Weil aber „Gräber immer ein sensibles Thema sind“, könne sie die Empörung all jener verstehen, die auf dem Friedhof die letzte Ruhestätte Angehöriger pflegen.

Andererseits seien die Markierungen durch den städtischen Bauhof „ein normaler Vorgang“, findet die Pfarrerin. Vielleicht sei es aber sinnvoll, die Bauhof-Mitarbeiter aus aktuellem Anlass nochmals grundsätzlich zur Sensibilität bei ihrer Arbeit auf Friedhöfen anzuhalten.