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Temporäre Kunsthalle

Gibt es etwas, das nicht Kunst sein kann?

17.06.2012 | 12:12 Uhr
Gibt es etwas, das nicht Kunst sein kann?
Ins Gespräch kommen sollten die Besucher der Vernissage in der „Temporären Kunsthalle“. Damit hatten weder sie noch die anwesenden Künstler irgendein Problem. Foto: Wolfgang Thiel Bildzeile. Foto: Wolfgang Thiel

Bad Laasphe.  „Springen vom Beckenrand“ hatten zwölf Künstler der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft (Alfter bei Bonn) eine Ausstellung im Rahmen des Projektes „Ab in die Mitte“ überschrieben, zu der sie am Samstag eingeladen hatten.

„Springen vom Beckenrand“ hatten zwölf Künstler der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft (Alfter bei Bonn) eine Ausstellung im Rahmen des Projektes „Ab in die Mitte“ überschrieben, zu der sie am Samstag eingeladen hatten.

Zu sehen waren in der „Temporären Kunsthalle“ (Lahnstraße 12a) Kunstwerke, die von Laaspher Bürgern eingereicht wurden. Mitorganisator und „Galerist“ Harald Hoppe: „Wir waren überrascht, wie viele Laaspher Bürger uns eigene oder erworbene Kunst für die Ausstellung zur Verfügung gestellt haben. Besonders bemerkenswert ist, dass durch diese Aktion Menschen ins Gespräch kommen und sich zu den Bildern und Ausstellungsgegenständen austauschen.“

Lob für Laaspher Gastfreundschaft

TKS-Chefin Nicole Habich-Pfeifer freute sich über den guten Besuch der Vernissage ebenso wie Prof. Jochen Breme (Alanus Hochschule), der die von Herzen kommende Gastfreundschaft der Laaspher lobte und den vielen helfenden Händen dankte: „Ein solches Projekt außerhalb dicker Mauern und von Hörsälen durchzuführen und dabei eine solche Unterstützung durch die Öffentlichkeit zu erfahren, ist der Traum einer jeden Hochschule. Wir sind Ihnen dafür sehr dankbar.“

Rundgang zur Kunst

In der Königstraße 35 zeigten allein sieben Künstler ihre während des Laasphe-Aufenthalts geschaffenen Arbeiten. Dabei kamen auch heimische Daunenfedern zum Einsatz. Foto: Wolfgang Thiel

Eingebunden in die Ausstellungseröffnung waren auf einem nachfolgenden Rundgang verschiedene Orte in der Altstadt, an denen seit der Ankunft der Alanus-Gruppe am 21. Mai künstlerische Arbeiten entstanden sind. Für die Menschen, die sich aus der Welt des täglichen Funktionierens hinauskatapultiert hatten, die Kunstausstellung besuchten und zu den weiteren Stationen künstlerischen Ausdrucks unterwegs waren, lohnte sich der Ausflug in diese etwas andere Welt. Dabei blieb auch für den Laien gleich, von welcher Kunst gesprochen wurde. Denn Kunst – und das wurde deutlich - sucht neue Wege, treibt auf die Spitze und ist bereit, sichere Ufer zu verlassen.

Kunst ist Sehnsucht, sucht nach Formvollendung. Kunst ist harter Kampf. Kampf um Ausdrucksstärke. Und deren Vielfalt beeindruckte, ließ gegensätzliche Auslegungen zu. Kein Wunder allerdings, ist doch die Kunstrezeption der Hochschüler darauf ausgerichtet, gedanklich nicht einzurosten, die vorgetretenen Denk- und Toleranzpfade zu verlassen, um an neue Ufer zu gelangen, von denen aus man wieder in andere Welten übersetzen kann; einfacher gesagt: es geht ums Überprüfen und Gewinnen von Erkenntnissen und Positionierungen.

Die gezeigten Installationen, Skulpturen. Objekte und Videoarbeiten ließen bei manchem Betrachter die Frage aufkommen, ob es etwas gibt, das Kunst nicht sein kann – oder ob es letztendlich eine Frage der Definition ist. Dazu die Bad Laaspher Künstlerin Renate Hahn, die zurzeit ein Studium an der Alanus-Hochschule absolviert: „In der Kunst geht es nicht mehr bloß um Schönheit, es geht um Aufregung und Bewegung von Menschen.“

Finale

Vom 29. Juni bis 1. Juli finden die Abschlussveranstaltungen des Projekts „Bad Laasphe legt los! Neue Sicht auf alte Plätze“ mit einer feierlichen Künstler-Soiree am Freitag, den Besuchen der Plätze, die über den Wettbewerb „Ecken-Tuning“ neuen Glanz erhalten haben, und weitere Aktionen in der Innenstadt (Samstag) statt. Die letzte Veranstaltung am Sonntag ist eine Matinee mit Künstlern, die um 11 Uhr beginnt.

Von Wolfgang Thiel

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