Gespräch mit Kunden suchen

Bad Berleburg..  Die Wittgensteiner Heimatzeitung hat mit Kerstin Lauber, Vorstandsmitglied der Volksbank Wittgenstein darüber gesprochen, wie Menschen vor den miesen Maschen der Betrüger geschützt werden können: „Unsere Mitarbeiter sind angehalten, auf ungewöhnliche Geschäftsvorgänge zu achten und dann das Gespräch mit den Kunden zu suchen“, erläutert Lauber. Das Problem sei aber, dass Geldgeschäfte eben „ ein sehr sensibles Thema sind und es uns streng genommen nichts angeht, was unsere Kunden mit ihrem Geld machen möchten.“

Allerdings sei schon in einigen Fällen von Telefonbetrügereien Schaden abgewendet worden. In diesem Zusammenhang weist die Vorstandsfrau auch noch einmal darauf hin, dass man bei E-Mail-Gewinnspielen oder gerade Telefongesprächen besonders vorsichtig sein sollte.

Oftmals gehe es den besonders geschulten Anrufern nur darum, Kontodaten auszuspähen. So mache sich die Telefonmafia auch einfachste Fragetricks wie diese zu nutze: „Sind sie nicht Kunde bei der Sparkasse? - Nein, ich bin seit 25 Jahren bei der Volksbank. Ach ja! Sie haben doch das Konto 4711? Nein, meine Kontonummer lautet doch 1234.“ Und schon ist es passiert.

Zurück zum Enkeltrick: „Das ist ein Spiel mit der Angst“, sagt Lauber. Oft werden den Angerufenen vorgegaukelt, dass Familienangehörige in Not sind und diese Not durch Geld gelindert werden kann. Oder es geht wie in dem akuten Wittgensteiner Fall um dringende Anschaffungen. Hier macht Kerstin Lauber klar: „Größere Anschaffungen sind nie so dringend.“ Auch rät sie den Angerufenen beispielsweise durch einen Rückruf genau zu überprüfen, ob da gerade wirklich ein Familienmitglied angerufen hat.

In den meisten Fällen werden Anschaffungen per Überweisung bezahlt. Größere Geschäfte mit Bargeld werden üblicherweise vorher bei den Geldinstituten angemeldet, weil es durchaus sein kann, dass die entsprechenden Summen nicht in jeder Geschäftsstelle sofort verfügbar sind.