Gelungene Premiere im doppelten Sinne

Die Lacher hatte die Amateurbühne Bad Laasphe e. V. mit jedem gesprochenen Wort und jeder vollführten Geste beim Premieren-Stück „Die Therapeutin“ auf ihrer Seite.
Die Lacher hatte die Amateurbühne Bad Laasphe e. V. mit jedem gesprochenen Wort und jeder vollführten Geste beim Premieren-Stück „Die Therapeutin“ auf ihrer Seite.
Foto: WP

Bad Laasphe..  Sie stehen jetzt auf eigenen Beinen und feierten im doppelten Sinne Premiere: die Amateurbühne Bad Laasphe ist nun als eingetragener Verein selbstständig und brachte mit „Die Therapeutin“ der Autorin Angelika Bartram eine mehr als gelungene Premiere auf die Bühne.

Hinter der Bühne reges Treiben und letzte wichtige Detailbesprechungen. Die Heimatzeitung wird von Regisseur Ralf Lingelmann auf ein Gespräch auf die Bühne hinter den noch geschlossenen Vorhang gebeten. Geschäftiges Durcheinander, was niemand im Zuschauerraum mitbekommt. Die letzten Atemzüge und Nervositäten, bevor sich dann die Bretter, die die Welt bedeuten, präsentieren. Alle freuen sich, sind guter Dinge und die Gesichter offenbaren im Vorfeld ein lustiges Stück.

Verrückt sind sie alle

Minuten später. Im Zuschauerraum sind von der Bühne Klappern und Schieben zu hören. Da, endlich – der Vorhang öffnet sich und Barbara Sundermann (Diana Henkel) im Renovierungs-Outfit mach sich an ihren Wohnzimmermöbeln zu schaffen. Die junge Psychotherapeutin erneuert ihren Arbeitsraum und muss sich mit der lästigen, mannstollen Nachbarin Iris Kückelkorn (Corinna Warnecke), deren Durchlauferhitzer defekt ist, als Duschgast im eigenen Bad herumschlagen. Genervt muss Barbara, die ihre gewöhnungsbedürftige Mutter Thea (Petra Köcher-Schneider) erwartet, die Beziehungsproblematiken und Affärenberichte Iris´ über sich ergehen lassen. Es gibt für die Therapeutin wahrlich wichtigeres, als sich um einen Unfug wie Anmache und verschmähte Liebe zu kümmern.

In ihrer Sachlichkeit übersieht die tief im Therapiethema steckende Barbara, wie sehr ihr besonders ein Männerherz zufliegt. Lehrer Frank Hermeling (Florian Thiel) ist mit aller Vehemenz daran interessiert, seinen verwitweten, vom Ordnungssinn besessenen Papa Gustav (Jürgen Knebel) in die therapeutischen Hände Barbaras zu geben. Der Weg dahin ist im übertragenen Sinn mit einer Gerölllawine blockiert. Barbaras Sohn Jonas bricht sich beim Fußballspiel das Bein, was bedeutet, der alleinerziehenden Mutter entgeht quasi das ganze Beziehungs-Chaos, was Mutter Thea in ihrer Wohnung anrichtet. Nicht, dass die reife Dame allen und jedem, der an der Tür der Therapeutin klingelt ihren Butterkuchen andrehen will, sie erwägt auch, alle möglichen Leute miteinander zu verheiraten, ereifert sich über den maßgeblichen Ehebruch des Rohrreinigers Hein Donner (Ralf Lingelmann) und entpuppt sich unwissend als beste Badewannen-Therapeutin für Iris Kückelkorn und hervorragende Trauerberaterin Gustav Hermelings. Im Grunde genommen sind alle zu psychotherapierenden Patienten in Barbaras Praxis irre und unter allen Umständen mit Vorsicht zu genießen, sowie stets in Küchenmesserbewaffnung zu begegnen. Ganz besonders Jens Kernbach (Jan-Martin Schneider), der mit Höhenangst zu kämpfen hat, ist der resoluten „Therapeutin“ Thea ein gefährlicher Dorn im Auge. Er ist zu brav und mit Sicherheit ein undurchsichtiger Verrückter.

Sieben hochmotivierte Akteure

Ein Tohuwabohu sondergleichen erfüllte die Bühne der Bad Laaspher Grundschule. Souffleuse Sabine Buschhaus, die „Unsichtbare“, macht einen wichtigen Job, wurde am Premierenabend allerdings so gut wie gar nicht benötigt. Sie schob eine ruhige Kugel im Beziehungsgewusel der sieben hochmotivierten Akteure.

Wer das unterhaltsame Stück, dessen Auflösung nicht verraten wird, verpasst hat, sollte sich unbedingt am Samstag, 23. Mai oder am 30. Mai, jeweils um 19.30 Uhr, auf den Weg nach Bad Laasphe machen. Die Laienschauspieler werden ganz bestimmt nicht enttäuschen. Eins ist ganz wichtig: