Für Ausbildung auch Wohnort-Wechsel wagen

Insgesamt 150 Personen meldeten sich bei der Bad Berleburger Arbeitsagentur im Juni arbeitslos – 30 mehr als noch im Monat zuvor. Die Quote liegt im Vergleich zu Nachbar-Regionen jedoch sehr niedrig.
Insgesamt 150 Personen meldeten sich bei der Bad Berleburger Arbeitsagentur im Juni arbeitslos – 30 mehr als noch im Monat zuvor. Die Quote liegt im Vergleich zu Nachbar-Regionen jedoch sehr niedrig.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Arbeitsagentur macht Jugendlichen Mut: Lehrstellen finden sich oft auch in den Nachbarkreisen. Die Bewerber sollten allerdings flexibel sein.

Wittgenstein..  Die Arbeitslosenquote in Wittgenstein ist im Juni weiter gesunken und liegt jetzt bei 3,6 Prozent – nach 3,7 im Mai und 3,9 im April. Damit hat sich die Zahl der Arbeitslosen von Mai auf Juni um 36 auf 819 Personen verringert. Vor einem Jahr bewegte sich die Quote in Wittgenstein noch bei 4 Prozent. Schwieriger sieht es dagegen auf dem Ausbildungsmarkt aus.

Insgesamt 150 Personen meldeten sich bei der Bad Berleburger Arbeitsagentur im Juni arbeitslos – 30 mehr als noch im Monat zuvor. Der Bestand an Arbeitsstellen liegt weiterhin bei 296. Mit 178 Personen konnten deutlich mehr Menschen in eine Arbeit vermittelt werden als noch mit 157 im Mai.

Arbeitslosen-Quote Juni: 3,9 Prozent

Zum Vergleich: Im Bereich Siegen liegt die Juni-Quote bei 6,1 Prozent, im Raum Burbach bei 3,9 Prozent und im Nachbarkreis Olpe bei 4,1 Prozent. Bezogen auf den gesamten Einzugsbereich der Arbeitsagentur Siegen ergibt sich ein Juni-Wert von 5 Prozent. „Der Arbeitsmarkt spiegelt auch im Juni die gute wirtschaftliche Lage in der Region wider“, beschreibt Dr. Bettina Wolf, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Siegen, die gegenwärtige Situation auf dem Arbeitsmarkt. Und: „Wir sind von der positiven Entwicklung nicht überrascht.“

Junge Erwachsene: Leichter Anstieg

Lediglich in der Altersgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 25 Jahre ist die Zahl der Arbeitslosen im gesamten Agentur-Bereich nicht gesunken, sondern sogar leicht um 43 Personen gestiegen. Ein Grund dafür seien „die frühen Schulferien in diesem Jahr“, erklärt Dr. Wolf. „Einige Ausbildungsgänge haben ihre Abschlussprüfungen zum Beispiel früher als sonst angesetzt.“ Hinzu kämen Schulabgänger, die sich arbeitslos meldeten, damit die Eltern weiter Kindergeld bekommen.

Erfahrungsgemäß steigt jedes Jahr im Frühsommer die Zahl der jungen Arbeitslosen, da einige Jugendliche nach der Ausbildung nicht übernommen werden – und sich arbeitslos melden müssen. „Unser Ziel ist es, diese sehr gut qualifizierten Jugendlichen möglichst übergangslos in Arbeit zu bringen“, betont Dr. Wolf und fügt an: „Junge Fachkräfte sind sehr gefragt – daher bin ich sicher, dass wir sie sehr schnell und erfolgreich vermitteln können.“

Mehr Azubi-Stellen als Bewerber

Derweil entwickle sich der regionale Ausbildungsstellenmarkt für Bewerber positiv weiter, so die Arbeitsagentur. Bald gebe es in der Region mehr freie Stellen als noch suchende Bewerber. „Aber die Jugendlichen dürfen nicht darauf warten, sondern müssen auch in den Nachbarkreisen oder sogar darüber hinaus nach einer Ausbildungsstelle suchen“, fordert Dr. Wolf junge Bewerber auf, dafür auch einen Wohnort-Wechsel zu wagen.

Vielleicht arbeite im Unternehmen, das gerade einen jungen Bewerber suche, „ja auch jemand aus dem eigenen Wohnort oder dem Nachbarort, so dass sich eine Fahrgemeinschaft anbietet“, sagt Wolf. „Das erfahren die Jugendlichen aber erst im Gespräch mit dem Unternehmen.“ Und viele Unternehmen seien auch bereit, flexible Lösungen mit den Jugendlichen zu erarbeiten, ist sich die Agentur-Geschäftsführerin sicher. Schließlich profitierten auch die Unternehmen davon, wenn sie eine offene Ausbildungsstelle mit einem guten Bewerber besetzen könnten.