Fünf Verletzte liegen noch im Krankenhaus
12.06.2008 | 20:06 Uhr 2008-06-12T20:06:00+0200Latrop/Erndtebrück. (wp) Ganz überwunden haben die Wanderer des SGV Erndtebrück den Schock noch nicht. Bei einem Brückeneinsturz bei Latrop waren am Mittwoch zwölf Senioren verletzt worden (die WP berichtete).
Derzeit liegen noch fünf Wanderer mit schweren Knochenbrüchen in Krankenhäusern.
Hans-Helmut Wunderlich hat keine leichte Zeit hinter sich. Am Tag des Unglücks war der Vorsitzende der Erndtebrücker SGVler noch bis spät abends am Unfallort im Einsatz; gestern hat er die Opfer in den verschiedenen Krankenhäusern besucht, um nach ihnen zu sehen. "Es ist schockierend", erzählt er von den Besuchen im Siegener Jung-Stilling-Krankenhaus, in Bad Berleburg und in Weidenau. "Knochenbrüche, Gesichtsverletzungen, Splitterbrüche - viele hat es richtig schlimm erwischt. Warum meine Frau und und ich diesen Schutzengel hatten, dass wir die Brücke zuerst überquert haben und somit unverletzt blieben, weiß ich nicht", fügt er hinzu.
Eine Frau mit besonders komplizierten Brüchen sei gestern noch den ganzen Tag im Berleburger Krankenhaus operiert worden, bei einem anderen Opfer gebe es die Hoffnung, dass es heute entlassen werde. Lebensgefahr besteht nach wie vor für keinen der Verletzten. "Trotzdem: Ich stehe total neben der Spur und so geht es uns glaube ich allen", stellt der Vorsitzende der Erndtebrücker SGVler sichtlich betroffen fest.
Die Ermittlungen werden noch andauern, erklärte Udo Heppe, Pressesprecher der Polizei des Hochsauerlandkreises. "Es wurden Baumproben entnommen, da ein Pilzbefall zu erkennen war. Das muss jetzt alles noch genauer untersucht werden", erklärte Heppe auf Anfrage der WP. In diesem Zusammenhang sei auch zu prüfen, wem die Brücke gehört und wer für deren Instandhaltung zuständig ist. Derzeit seien die Polizei und die Staatsanwaltschaft Arnsberg bemüht, einen Sachverständigen einzuschalten, der die weiteren Untersuchungen übernehmen wird.
Auch wenn der erste Schock bei den verunglückten Erndtebrücker Wanderern in den nächsten Tagen und Wochen verarbeitet sein wird, die Verletzungen brauchen länger. "Das wird sich über Monate ziehen, bis alle wieder wirklich gesund sind", vermutet Hans-Helmut Wunderlich. Geplante Wanderungen der SGV-Abteilung sollen wahrscheinlich vorerst abgesagt werden: "Wir können ja nicht wandern, während die anderen im Krankenhaus liegen."
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