Frühaufsteher löst Problem
18.02.2010 | 16:46 Uhr 2010-02-18T16:46:00+0100Schwarzenau. Ein Frühaufsteher aus Hemschlar soll jetzt die ärgsten Nöte der Bürgerinnen und Bürger von Schwarzenau beseitigen. Sie haderten nämlich mit dem Winterdienst - zumindest bis vor Kurzem.
Fakt ist, dass die Einwohner seit dieser Wintersaison mit der Schneeräumung unzufrieden waren. Viele Straßen waren auf Grund von Eisglätte oder wegen der Schneeberge nicht mehr gefahrlos befahrbar, so der Tenor auf der Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle, zu der Ortsvorsteher Bodo Hüster eingeladen hatte - allerdings bereits bevor der Bauhof um Jens Blecher die Personalentscheidung getroffen hatte. Seit vergangener Woche räumt Frühaufsteher Andreas Herrmann, der nach eigenen Angaben bemüht ist, es allen Beteiligten Recht zu machen. Er sorgt jetzt in Schwarzenau für optimale Straßenverhältnisse, und Karl-Heinz Grenz kümmert sich weiterhin um das Hüttental.
Unwägbarkeiten
Obwohl mit dem Personalwechsel die Brisanz aus dem Thema genommen worden war, war dieser Tagesordnungspunkt dennoch interessant. Wolfgang Grund als Vertreter der Stadt Bad Berleburg nutzte die Gelegenheit, um auf die zahlreichen Unwägbarkeiten beim Winterdienst aufmerksam zu machen. Das fängt bereits bei der Personalfindung an. Der Einsatzleiter des Bauhofes, Jens Blecher, und Wolfgang Grund können nicht jeden gebrauchen. „Das müssen Experten sein, die wissen, wo Schnee geschoben werden muss, in welche Richtung geschoben werden muss, wo gestreut werden muss und wo nicht”, so Grund.
Auch die Zeitvorgaben sind wichtig: Ab 5 Uhr in der Früh beginnt das Räumen. Bis 7 Uhr müssen die Zufahrten zu den Krankenhäusern, Schulwege und Strecken der Öffentlichen Personennahverkehrs geräumt sein. Auch die Topografie spielt bei der Einsatzplanung eine Rolle: So kann es passieren, dass beispielsweise Wunderthausen zugeschneit ist und in Beddelhausen noch keine Flocke gefallen ist.
15 Unternehmen
Um das alles zu bewältigen, hat die Stadt Bad Berleburg 15 Unternehmen beauftragt, die den Bauhof bei dieser Aufgabe unterstützen. Ziel sei es dabei, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, so Wolfgang Grund, der auch auf die Problematik mit dem Streusalz einging. Bis dato sei noch kein Gramm eingetroffen.
Aber auch die Bürger können der Stadt während der Winterzeit helfen. Sie können ihren Ortsvorstehern schwer passierbare Stellen melden, der dann den Unternehmer mit der Räumung beauftragt. Wo das bereits gut funktioniert, soll dieses System auch beibehalten werden. Parallel dazu wird aber eine zentrale Meldestelle bei der Stadt initiiert.
Fazit: Eine hoch interessante Versammlung, die eigentlich in jeder Ortschaft stattfinden sollte. Es kommt laut Wolfgang Grund leider des Öfteren zu Missverständnissen mit den Schneeräumern, die in diesen Tagen bis zu 14 Stunden zum Wohle der Bürger arbeiten. So sei ein Fahrer sogar mit einer Schaufel bedroht worden, als er die frei geräumte Einfahrt eines Grundstückseigentümers zugeschoben hatte.
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