Frau Holle lässt es schneien – und liest vor

Märchenstunde mit Frau Holle im Schwarzenauer Alexander-Mack-Museum.
Märchenstunde mit Frau Holle im Schwarzenauer Alexander-Mack-Museum.
Foto: Irmtraud Treude
Was wir bereits wissen
Die Märchenfigur bittet ins Alexander-Mack-Museum des Heimatvereins Schwarzenau. Und erklärt den Kindern unter ihren Zuhörern gerne auch das Spinnrad.

Schwarzenau..  Im Schwarzenauer Alexander-Mack-Museum wurde am Samstag hoher Besuch erwartet: Frau Holle höchstpersönlich hatte ihren Besuch zur Märchenstunde im Hüttental fest zugesagt.

Noch besser hätte der Schwar­zenauer Heimatverein diesen Auftritt Frau Holles wohl nicht inszenieren können. Hatte die Gute schon in der Nacht sachte an den Kissen gerüttelt, war ab dem Vormittag anscheinend kräftiges Bettenausschütteln nach den Feiertagen angesagt – und die Schneeflocken rieselten nur so vom Himmel.

Gut 50 Besucher im Hüttental

Am Nachmittag präsentierten sich dann das obere Hüttental und ganz Schwarzenau als prächtige Schneelandschaft. Viele Kinder und Erwachsene waren der Einladung zur Märchenstunde gefolgt. Etwa 20 Kinder versammelten sich in der guten Stube des Heimatmuseums. Und wahrhaftig – Frau Holle saß bereits beim Ofen. Das Spinnrad stand parat und das große Märchenbuch war aufgeschlagen. Bevor es aber ans Vorlesen ging, holte Frau Holle noch eine Spindel hervor und zeigte, wie früher aus gekämmter Wolle die Fäden gesponnen wurden. Auch davon erzählt die Geschichte von Frau Holle, der Goldmarie und der Pechmarie. Die Kinder und einige Eltern versammelten sich im Halbkreis um Frau Holle und hörten ganz aufmerksam und gebannt der Geschichte zu. Frau Holle wusste an diesem Tag nicht nur, die Betten kräftig zu schütteln, sondern eben auch die kleinen und großen Zuhörer in ihren Bann zu ziehen.

Während der Geschichte regnete es über die „güldene Jungfrau“ Gold-Dukaten, aber auch über die Schwarzenauer Kinder. Und gegen Ende der Geschichte waren die Kinder ebenso überrascht, Bekanntschaft mit Pech zu machen. Allerdings nur in Form von Asche – denn die Preise für echtes Pech, so erklärte Frau Holle, seien doch gewaltig gestiegen.

Nach der Märchenstunde bastelten die Kinder noch kleine Schutzengel. Danach konnte sich mit Bratapfelkuchen, Kakao und Glühwein gestärkt werden und die Kinder tobten im Schnee. Das Interesse an der Märchenstunde war so groß, dass Frau Holle noch eine zweite Vorlese-Runde für gut 20 vornehmlich erwachsene Zuhörer einlegte.

Mit ganz viel Hingabe

Für viele Kinder war die Bekanntschaft mit Frau Holle sehr interessant. Obwohl – bei manchem schlichen sich doch ganz leichte Zweifel ein. Und der kleine Emil fragte: „Ist das Frau Holle oder ist das die Gabi?“ Und mit dieser Bemerkung hatte der Kleine durchaus Recht: Gabriele Rahrbach-Reinhold, vielen als Magd Johanna Renno bekannt, übernahm an diesem Tag die Rolle der Frau Holle. Viel Hingabe und erzählerisches Können legte sie in ihre Rolle als Märchentante und Geschichten-Erzählerin, begeisterte damit Groß und Klein. Krönender Abschluss der Veranstaltung war die abendliche Wanderung vom Hüttental ins Dorf. Die Erwachsenen beleuchteten den Heimweg mit Fackeln, die Kinder hatten ihre Laternen vom Martinsumzug dabei.