„Feuerwehrensache“ bietet neue Chancen

Über Beförderungen können sich diesmal viele Feuerwehrleute freuen.
Über Beförderungen können sich diesmal viele Feuerwehrleute freuen.
Foto: Wolfgang Thiel
Was wir bereits wissen
Ein aktuelles Projekt auf NRW-Ebene gibt auch den Bad Laaspher Löschzügen mehr freie Hand bei der eigenen Organisation. Auch beim Einsatz älterer Aktiver, die eigentlich ausscheiden müssten.

Bad Laasphe..  Retten, Löschen, Bergen, Schützen – das sollen auch weiterhin die Hauptaufgaben der Feuerwehr sein. Der demografische Wandel führt allerdings dazu, dass zukünftig immer mehr Aufgaben von immer weniger Personen wahrgenommen werden müssen. Diese Entwicklung mache auch vor den Feuerwehren nicht halt, so Kreisbrandmeister Bernd Schneider auf der Jahresdienstversammlung der Feuerwehr Bad Laasphe im Haus des Gastes.

Weil das nicht nur ein Wittgen­steiner Problem ist, haben das Ministerium für Inneres und Kommunales sowie der Verband der Feuerwehren in NRW das Zukunftsprojekt „Feuerwehrensache“ ins Leben gerufen, das die Wehren zukunftssicher aufstellen und das Ehrenamt stärken soll. Die Kampagne geht weit über reine Werbung hinaus. „Plakate aufhängen und Flyer verteilen, das kann jeder. Wir gehen tiefer“, machte Bad Laasphes Wehrführer Dirk Höbener deutlich.

Vier Leistungsgruppen

Das Projekt krempelt nämlich die bisherigen Strukturen der Feuerwehren in NRW um. Dabei geht es um drei Eckpunkte: Die Menschen, die Organisation und das Bild der Feuerwehr in der Öffentlichkeit. Statt in festen Positionen wird es in der Modellfeuerwehr der Zukunft vier Leistungsgruppen geben. In der Gruppe 1 üben die Mitglieder leichte Tätigkeiten aus, etwa als Funker oder Fahrer. Die Ansprüche steigen in jeder Gruppe – in der Gruppe 4 wären dann etwa die Angriffstrupps verortet.

Auch Nachwuchswerbung und Angebote für Quereinsteiger sind ein Thema. Ebenso ältere Feuerwehrleute. Bislang scheiden sie mit 60 Jahren, in Ausnahmen mit 63 Jahren, aus dem aktiven Dienst aus und gehen in die Ehrenabteilung. Hier sollen neue Organisationsstrukturen neue Möglichkeiten schaffen. Denn ältere Feuerwehrleute haben nicht nur viel Erfahrung, sondern oft auch mehr Zeit als jüngere, um sich zu engagieren. Etwa in der Brandschutzerziehung.

Keine Selbstverständlichkeit

Was die Feuerwehrkameraden leisten würden, sei keine Selbstverständlichkeit, betonte das aktive Mitglied des Löschzugs I, Bad Laasphes Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann, in seinem Grußwort. Dies war auch den einzelnen Jahresberichten zu entnehmen. Hier die wichtigsten Zahlen und Fakten im Überblick.
Einsätze: Das Team um Stadtbrandinspektor Dirk Höbener, Rainer Müller und Maik Hobrath musste 112 Einsätze bewältigen. Diese gliedern sich in 18 Brandeinsätze, 76 technische Hilfeleistungen und sonstige Einsätze. In den technischen Hilfeleistungen sind mehrere Verkehrsunfälle, die Beseitigung von Sturm- und Wasserschäden, das Beseitigen von ausgelaufenen Betriebsstoffen, das Befreien von Personen und Tieren aus Zwangslagen sowie die Unterstützung von Rettungsdiensten als Tragehilfe enthalten.
Aktive: Zurzeit versehen 153 Aktive in den vier Standorten ihren Dienst. Hinzu kommen 69 Mitglieder der Jugendfeuerwehr und 42 Mitglieder der Ehrenabteilung. Geleistet wurden im vergangenen Jahr insgesamt 33 768,5 ehrenamtliche Stunden.
Ausrüstung: Erfolgt ist inzwischen die Umrüstung der gesamten Laaspher Wehr auf Digitalfunk. Die Anschaffung der neuen Helme ist dank finanzieller Unterstützung durch Spender so gut wie abgeschlossen. Und: In Rüppershausen konnte ein neues Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) stationiert werden.
Nachwuchs: Erfreulich weiterhin die Entwicklung der Jugendfeuerwehr: „2014 war ein gutes Jahr für uns. Wir konnten die Mitgliederzahl noch einmal steigern“, so Stadtjugendfeuerwehrwart Sascha Lüdtke.

Von den vielfältigen Aktivitäten in Sachen Aus- und Weiterbildung berichtete der Ausbildungsbeauftragte Maik Hobrath. Neben den Jahresberichten standen Beförderungen und Ehrungen im Mittelpunkt der Jahresdienstversammlung. Emotionalster Augenblick war dabei für Stadtbrandinspektor Dirk Höbener eindeutig die Überstellung von Klaus Bayer, Rüdiger Veith, Gerd Althaus, Ulrich Krause und Heinrich Meyer, denen er für ihr Engagement besonders dankte, in die Ehrenabteilung.