Feuerwehren im Dauereinsatz
02.03.2008 | 17:24 Uhr 2008-03-02T17:24:00+0100
Wittgenstein. Das Orkantief „Emma” hat auch in Wittgenstein Bäume umstürzen lassen und den Freiwilligen Feuerwehren, Bauhöfen und Forstwirten ein arbeitsreiches Wochenende beschert.
Die Bilanz fiel gestern jedoch nicht so verheerend aus wie nach „Kyrill” im vergangenen Januar.
Verletzt wurde durch den Orkan nach WR-Informationen niemand, obwohl neben den Sturmböen auch Aquaplaning die Straßen gefährlich machte.
Insgesamt 30 Straßen waren im gesamten Kreisgebiet am Samstag zwischenzeitlich unpassierbar. Einige sind noch gesperrt. Auf der Landstraße 903 zwischen Richstein und Puderbach, derKreisstraße 53 zwischen Richtein und Bracht sowie der Kreisstraße 36 zwischen Bad Laasphe und Hesselbach wird der Landesbetrieb Straßen.NRW heute mit den Aufräumarbeiten beginnen.
Feuerwehrleute saßen zwischen Bäumen fest
Auch die Trasse der Rothaarbahn zwischen Kreuztal und Bad Berleburg wurde durch umgestürzte Bäume blockiert. Vereinzelt saßen Autofahrer durch umgestürzte Bäume vor und hinter ihren Fahrzeugen fest. In Schwarzenau war ein Mannschaft-Bus der Freiwilligen Feuerwehr Bad Berleburg betroffen, der bei Aufräumarbeiten im Oberen Hüttental feststeckte.
Der Kreis Siegen-Wittgenstein hatte frühzeitig in den Feuerwehrhäusern Meldeköpfe für die Koordinierung der Einsätze bilden lassen. Im Siegener Kreishaus tagte der Krisenstab mit Kreisbrandmeister Bernd Schneider.
Die Bad Berleburger Feuerwehr absolvierte am Samstag ab 6.15 Uhr erste Einsätze. Insgesamt 31 wurden es bis zum Samstagnachmittag, so der Stellv. Wehrführer Stadtbrandinspektor Reiner Schilling. 124 Feuerwehrmänner und -frauen waren im Einsatz, um Bäume von den Straßen zu räumen.
Das Stadtgebiet Bad Laasphe wurde am härtesten getroffen. Laut Stadtbrandinspektor Otto Wunderlich waren alle drei Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz und wickelten dabei insgesamt 40 Einsatzstellen ab. „Wir haben schwerpunktmäßig die Rettungswege freigehalten”, so Wunderlich im WR-Gespräch. Glücklich sei er vor allem darüber, dass die Feuerwehr-Einsätzkräfte mit sehr großer Vorsicht und Disziplin gearbeitet hätten, um Unfälle zu vermeiden. So habe man z.B. die Arbeiten in der Nähe des Forsthauses Ditzrod eingestellt, bevor der Sturm gegen 9 Uhr wieder stärker wurde. Bei einer Besichtigung der Orkanschäden habe er festgestellt, dass genau an der Stelle, wo vorher die Einsatzfahrzeuge gestanden hatten, weitere Bäume umgestürzt waren, berichtet Wunderlich. Gefährlich sei auch ein Einsatz im Feudinger Kalterbach gewesen, weil dort Bäume auf die Stromleitungen gefallen waren.
In Erndtebrück verursachte der Sturm kaum Schaden. Laut Wehrführer Heinrich Hoffmann war die Feuerwehr der Gemeinde mit 40 Einsatzkräften bei sechs Einsätzen schwerpunktmäßig auf den Straßen nach Zinse und Feudingen im Einsatz.
Erfahrungen mit „Kyrill” genutzt
Einig waren sich die Wehrführer in Erndtebrück, Bad Laasphe und Bad Berleburg, dass die wertvollen Erfahrungen bei der Bewältigung der „Kyrill”-Einsätze für mehr Routine bei der Abarbeitung der Folgen von „Emma” gesorgt haben.
Aufatmen hieß es gestern auch bei den Waldbesitzern. Zwar hat „Emma” den vom Orkan „Kyrill” angeschlagenen Beständen stark zugesetzt, dennoch blieben die größten Befürchtungen unbestätigt.
„Wir haben zwar einige Tausend Festmeter Bruchholz, aber das war zu erwarten und ist mit einem normalen Wintersturm zu vergleichen”, erläuterte Forstdirektor Johannes Röhl, Leiter der Wittgenstein-Berleburg'schen Rentkammer.
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