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Feuersalamander und Molche bestaunt Amphibienwanderer entdeckten auch im April schon Maikäfer

03.05.2007 | 20:10 Uhr

Bad Berleburg. (wp) "Bekommen wir denn bei dieser Trockenheit überhaupt Amphibien zu Gesicht?" Das war die skeptische Frage einiger Teilnehmer beim Amphibienspaziergang im Bad Berleburger Schlossgarten.

Die Leiter der Exkursion, Sabine Portig und Michael Frede von der Biologischen Station Rothaargebirge, waren zuversichtlich: "In den letzten zehn Jahren haben wir bei dieser Wanderung immer Amphibien entdeckt - auch bei extremem Wetter. Selbst nach längerem Frost gab's immer noch verschiedene Amphibienarten zu sehen. Aber man weiß vorher nie, was man letztendlich zu Gesicht bekommt."

Zehn Kinder und neun Erwachsene hatten sich in der Abenddämmerung zum Amphibienspaziergang mit der Biologischen Station Rothaargebirge und dem Touristikverband Siegerland-Wittgenstein im Schlosspark Berleburg versammelt. Nach einleitenden Worten zur Lebensweise und dem Schutz von Amphibien, setzte sich die Gruppe in Richtung Berlebach in Bewegung. Normalerweise ist dort die Straße im März und April nachts für den Durchgangsverkehr gesperrt, weil dort gewöhnlich sehr viele Amphibien auf Wanderung sind. Weil der Frühling diesmal aber besonders heiß war, konnte die Sperre schon wieder aufgehoben werden.

Erstes Exkursionsziel waren die Artenschutzteiche nordwestlich des Schlossparks. Wegen der Trockenheit der letzten Wochen ist ihr Wasserstand stark gesunken. Ca. 10 cm lange, wurmähnliche Pferdeegel schlängelten sich auf der Suche nach Nahrung durch das Wasser. Michael Frede und Sabine Portig konnten vor allem die Kinder beruhigen: Die Tiere sind harmlos und auch keine Blutegel. "Blutegel wurden früher oft zu medizinischen Zwecken genutzt. Mittlerweile sind sie aber so selten, dass man sie kaum noch findet", berichtete Michael Frede.

"Da hüpft ein Frosch!" - kündigte eines der Kinder lauthals den ersten Lurch an: einen Grasfrosch, der sich auf nächtliche Futtersuche begeben hatte. Er landete kurzerhand in einem Kescher und konnte ausgiebig bestaunt werden. "Sind denn hier keine Molche?" wollte Phillip wissen. Sven und Jan sorgten dafür, dass diese Frage kurze Zeit später beantwortet wurde. Mit Keschern fingen sie mehrere Teich- und Bergmolche, die sich in einem kleinen Bachstau versammelt hatten.Begeistert wurde das tragbare Aquarium mit den bunt gefärbten Molchen von Hand zu Hand gereicht, so dass jeder einen Blick auf die Tiere werfen konnte. Sabine Portig erklärte, dass Molchmännchen ihre Farbenpracht nur zur Balzzeit im Frühjahr zeigen. Den Rest des Jahres verbringen sie versteckt an Land, ganz unscheinbar gefärbt. Anschließend wurden sämtliche Tiere wieder freigelassen, denn alle Amphibienarten stehen unter Naturschutz.

Als die Dunkelheit hereingebrochen war, ging es zum Schlosspark. Auf dem Weg dorthin sorgte ein Maikäfer für aufgeregtes Staunen. Von den Taschenlampen angelockt, ließ er sich auf dem Pulloverkragen von Thomas Müsse, stellvertretender Vorsitzenden des Naturschutzbundes Siegen-Wittgenstein, nieder. "Ist der nicht ein wenig früh? Die fliegen doch erst im Mai?", fragte Christian. Die Exkursionsleiter erklärten, dass Maikäfer - wenn es warm genug ist - auch schon im April aus ihren Puppenwiegen im Erdboden schlüpfen, wo sie drei bis vier Jahre als Larve im Erdboden verbracht haben. Sie leben nur wenige Wochen als Käfer, um sich in dieser Zeit fortzupflanzen.

Im Schlosspark angelangt, mussten die Wege mit den Taschenlampen gut ausgeleuchtet werden, um keine der umherwandernden Amphibien totzutreten. Die Gruppe war nun dem Höhepunkt der Wanderung - den Feuersalamandern - auf der Spur. Im Strahl der Taschenlampen konnten Wasserfledermäuse bestaunt werden, die flach über dem Wasser ihre Bahnen zogen. "Da is einer!", rief plötzlich Niklas und zeigte auf den Boden. Prächtig gelb-schwarz gefleckt präsentierte sich der erste Feuersalamander im Lichtkegel der Lampen. Diesen farbenprächtigen Anblick wollte sich keiner entgehen lassen: Sämtliche Digitalkameras wurden gezückt und der Feuersalamander zig-fach fotografiert. Nachdem das Tier durch viele Kinderhände gegangen war, wurde es wieder freigelassen.

Im weiteren Verlauf der Nacht konnten die Teilnehmer noch zehn weitere Feuersalamander, zwei Erdkröten und ein Bergmolch bestaunen. Es war schon sehr spät geworden, als alle schließlich müde aber sehr zufrieden nach Hause gingen.

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