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Hessen stoppt Planung

Fernstraße gestorben

07.05.2010 | 10:47 Uhr

Wittgenstein. Es steht endgültig fest: Die Planungen einer mehrspurigen Bundesfernstraße von Olpe nach Hattenbach werden nicht weiter verfolgt. Das hat das Land Hessen am Mittwochabend in Abstimmung mit dem Bundesverkehrsministerium mitgeteilt.

 Nicht berührt von diesem Entschluss ist die Anbindung Wittgensteins von Kreuztal bis Schameder.

Niedriges Verkehrsaufkommen?

Begründet wird der Vorstoß aus Hessen mit dem prognostizierten niedrigen Verkehrsaufkommen, was den Bau einer bis 1,7 Milliarden Euro teuren Fernstraße B 508 n nicht rechtfertige. Und selbst eine Umweltverträglichkeitsprüfung für die Trasse Erndtebrück - Hattenbach soll nicht weiter verfolgt werden.

Hessens Verkehrsminister Dr. Dieter Posch und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer stimmen in ihrer Einschätzung überein, dass (Zitat Posch) „unter den vorliegenden Untersuchungsergebnissen und finanziellen Randbedingungen es allein aus Gründen der wirtschaftlichen Verwendung von Steuergeldern geboten ist, die Planung nicht weiter zu verfolgen.” Das Nutzen-Kosten-Verhältnis, so argumentier das Verkehrsministerium in Wiesbaden, liege bei 2,3 und damit unter dem für den „Vordringlichen Bedarf” erforderlichen Wert von 5.

5000 Fahrzeuge

Die angenommenen Verkehrsmengen ließen den Schluss zu, so Minister Posch weiter, dass die Straßenverbindung Olpe - Hattenbach wohl nicht in ihrer Gesamtheit in den Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes aufgenommen werden wird. Für die Strecke von Frankenberg bis zur Autobahn in Hattenbach waren „nur” bis zu 5 000 Fahrzeuge in 24 Stunden ermittelt worden, während zwischen Erndtebrück und Frankenberg die doppelte Menge vorhergesagt wird. Das dürfte vermutlich auf jeden Fall die Investitionen in eine leistungsfähige Straßenverbindung rechtfertigen.

Insbesondere von der südwestfälischen als auch von der nordhessischen Wirtschaft war der Bau der Fernstraße mit Nachdruck gefordert worden. Auch die Politik setzte sich parteiübergreifend dafür ein, während sich mehrere der Partei Bündnis 90/Die Grünen nahestehenden Initiativen eindeutig dagegen positionierten.

Ortsumgehungen nicht tangiert

In einer Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung betonte gestern einer der vehementesten Verfechter der Fernstraße, Landrat Paul Breuer: „Der Bau der Ortsumgehungskette zwischen Kreuztal und Erndtebrück wird von den Entwicklungen in Hessen in keinster Weise berührt. Die FELS - B 508/B 62 - vom nördlichen Siegerland nach Wittgenstein ist im vordringlichen Bedarfsplan des Bundes enthalten. Die Vorarbeiten gehen wie geplant weiter.”

Breuer zeigte sich dennoch enttäuscht: „Der hessische Verkehrsminister hebt ausschließlich auf den Verkehrsaspekt ab. Der zentrale Gedanke der Entwicklungsachse spielt in seinen Überlegungen offenbar keine Rolle. Uns geht es darum, die Wirtschafts- und Sozialentwicklung des südwestfälischen und nordhessischen Raumes mit einer leistungsfähigen Anbindung an das überregionale Straßennetz nachhaltig voranzutreiben.”

Auf hessischer Seite sollen zügig Ortsumgehungen u.a. für Wetter und Münchhausen vorangebracht werden sowie der dreistreifige Ausbau der Bundesstraße 253 im Bereich der Sackpfeife in Richtung Norden.

Christoph Vetter

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Kommentare
10.05.2010
19:30
Fernstraße gestorben
von Stefan | #5

Schade! Es wäre doch so schön gewesen überall schnell hinzukommen. Was sagen eigentlich die mittelständischen Unternehmen dazu? Jahrelang wird über einen Anschluß von Olpe nach Hattenbach diskutiert. Und auf einmal denken manche Leute, dass es ein zu geringes Verkehrsaufkommen ist! Merkwürdig finde ich dieses schon. Ich werde auch weiterhin die FELS unterstützen! Wir BRAUCHEN eine bessere Verkehrsanbindung!

07.05.2010
13:56
Fernstraße gestorben
von gustav | #4

Nach dieser mit wirklich mit sehr großer Tragweite erfolgten Entscheidung bleibt jetzt nur, den Blick auf das zu konzentrien, was wirklich machbar ist.! Und da darf keine Zeit vergeudet werden! Bestätigt wird mit der Entscheidung aber auch, was nach den s.g.Infoveranstaltungen in verschiedenen Kommentaren bereits moniert wurde. Damals wurde bemängelt, das die so genannten Infoveranstaltungen noch immer davon ausgehen würden, von einer A4 light etc. zu reden, von Planungen die für überregionale Verkehre sorgen würden. Schon damals wurde von den Kritikern der Veranstalung bemängelt, das diese Plangen nicht Gegenstand der Ortsumgehungskette sind. Vielmehr geht es ausschließlich um eine bessere Anbindung des Wittgensteiner Raums an Siegen und Hessen über jene Kette verschiedener Ortsumgehungen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger! Und dazu gibt es umweltverträgliche Planungen, auch ohne Breuer/Brase-Trasse. Es gilt jetzt, mehr denn je, diese Planungen zu beschleunigen!

07.05.2010
00:55
Fernstraße gestorben
von masterpolis | #3

Zu der Entscheidung von Bundesverkehrsminister und Landesverkehrsminister Hessen, die Voruntersuchungen für das auf den FELS-Abschnitt Kreuztal-Erndtebrück aufgesattelte Bundesstraßenprojekt über Erndtebrück-Leimstruth und Frankenberg nach Hattenbach im alten A 4-Korridor nicht weiter zu betreiben, kann nur konstatiert werden: Da hat Vernunft auch in Köpfen von CSU- und FDP-Verkehrspolitikern obsiegt, angesichts der volks- und finanzwirtschaftlichen Lage nicht 1,7 Milliarden Euro an Steuergeldern in unverantwortlicher Weise in die Landschaft zu setzen. Beerdigt - hoffentlich auf alle Zeiten - sollte damit das von den Straßenkoalitionären Breuer/Brase/IHK und Co im A 4-light-Stil verfolgte Bundesstraßen-Projekt von Wittgenstein nach Hattenbach sein. Das großspurig als Entwicklungsachse ausgegebene Fernstraßenprojekt musste erwartungsgemäß.scheitern. Breuer, Brase und die Interessenvertreter der IHK sind damit zum wiederholten Mal mit ihren Fernstraßenvorstellungen gescheitert. Jetzt geht es darum, sich auf eine möglichst landschaftsschonend angelegte Weiterplanung und Trassengestaltung für die seit vielen Jahren in der vorrangigen Bundesstraßenbedarfspanung stehende FELS-Planung zwischen Kreuztal und Bad Laasphe zu besinnen und zu konzentrieren, mit möglichst umweltschonendem und abgestuftem Ausbau der Bundesstraßen 508 und 62 in Richtung Hessen, mit entlastenden Ortsumgehungen, einer verträglicheren und verbesserten Trassierung der Ortsumgehung in Bad Laasphe,.die bis zur Landesgrenze hinter Niederlaasphe reicht und Anschluss an die Umgehung Wallau/Biedenkopf findet.

06.05.2010
20:27
Fernstraße gestorben
von hans opycyski schulze | #2

Eine prima Entscheidung, Hessen macht wirklich den Garaus für diese unsägliche Autobahn. Übrigens wil Herr Breuer umziehen, direkt an eine Autobahnausfahrt im Sieerland, damit er immer live erlebt, wie toll der Krach ist!

06.05.2010
18:14
Fernstraße gestorben
von bonasophil | #1

Unsere Heimat den Wisenten!

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