FDP: Gemeinde Zeit für Wohnraum-Suche geben

Die Hauptschule in Erndtebrück
Die Hauptschule in Erndtebrück
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Was wir bereits wissen
In der laufenden Flüchtlingsdebatte beantragt Erndtebrücks FDP-Fraktionschef Heinz Georg Grebe eine Ergänzung zum vorliegenden Resolutionsentwurf der SPD. Die Gemeinde brauche nicht nur mehr Geld, sondern auch mehr Zeit – um für Neuankömmlinge „zumutbaren Wohnraum“ organisieren zu können.

Erndtebrück..  Die Gemeinde Erndtebrück braucht nicht nur dringend finanzielle Unterstützung von Bund und Land bei der Unterbringung von Flüchtlingen vor Ort – sondern auch deutlich mehr Zeit, um für Neuankömmlinge überhaupt Wohnraum organisieren zu können. Vor allem um dieses Argument möchte die Erndtebrücker FDP den SPD-Entwurf einer Resolution zu diesem Thema ergänzt wissen.

Dauerhafte Lösung in Birkelbach

Derzeit würden der Gemeinde immer mehr Flüchtlinge zur Unterbringung zugewiesen – und dies „jeweils sehr kurzfristig“, so FDP-Vorsitzender Heinz Georg Grebe in einem Antrag seiner Fraktion. Genau das „stellt unsere Gemeinde vor nicht lösbare Probleme, da es sehr schwierig ist, zumutbaren Wohnraum in kürzester Zeit zu organisieren“, formuliert es Grebe in einem zusätzlichen Passus zum Resolutionstext. Darin möge die Gemeinde deshalb außerdem fordern, die Zuweisungspraxis für die Flüchtlinge „dahingehend zu ändern, dass längere Vorlaufzeiten für die Unterbringung entstehen“. Auf diese Weise würde die Gemeinde „Zeit für den geplanten Neubau oder die Anmietung von Wohnraum für unsere Flüchtlinge gewinnen“, so Grebe weiter. Besagte „Vorlaufzeiten“ sollten mehrere Wochen umfassen, findet er – mindestens jedoch eine Woche.

Aktuell liege diese Vorlaufzeit nicht selten bei nur zwei Tagen, berichtet Thomas Müsse, im Erndtebrücker Rathaus Beigeordneter und Kämmerer. Derzeit habe die Gemeinde sechs Wohnungen angemietet – und es bleibe beim Aufruf an die Bevölkerung, weiteren Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Hauptschule bald aufnahmebereit

Im Gebäude und den Containern am Mühlenweg seien derzeit 32 Personen untergebracht, so Müsse, und an einer „Übergangslösung“ in der Hauptschule für etwa 15 bis 20 Personen werde bekanntlich gearbeitet. Hier werde man wohl schon bald erste Flüchtlinge unterbringen.

Eine dauerhafte Lösung wolle man nun „in Birkelbach schaffen, um den Druck herauszunehmen“, so Müsse weiter. Dabei gehe es sowohl um den Umbau der ehemaligen Turnhalle auf dem CJD-Gelände wie auch um mögliche Neubauten.

„In dieser Situation hilfreich“ könne ebenso eine „vorübergehende Unterbringung in der Erstaufnahme bis zur endgültigen Zuweisung an die Kommunen“ sein, so FDP-Fraktionschef Grebe weiter im ergänzenden Text zur Resolution. Tatsächlich kämen häufig Flüchtlinge in Erndtebrück an, so Beigeordneter Müsse, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen sei. Von derzeit 52 untergebrachten Flüchtlingen seien 37 endgültig zugewiesene.

Die Resolution samt beantragter Ergänzung soll am morgigen Mittwoch, 20. Mai, im Erndtebrücker Ausschuss für Soziales, Sport und Kultur politisch beraten werden. Der öffentliche Teil beginnt um 17.30 Uhr, das Gremium tagt aus aktuellem Anlass im CJD-Jugenddorf, Birkelbach, Zum Böhl 1.