Fakten, die für eine Neugliederung sprachen

Bis zur gesetzlichen Neuordnung der Kommunen 1975 beruhten viele Verwaltungseinheiten noch auf Grenzziehungen von weltlichen oder kirchlichen Territorien des 17. oder 18. Jahrhunderts.


Im Landkreis Wittgenstein gab es bis zur Neugliederung 55 eigenständige Gemeinden. 34 davon zählten nicht einmal 500 Einwohner.


Mit 45 635 Einwohnern am 30. Juni 1972 hatte der 488 Quadratkilometer kleine Landkreis gerade einmal eine Besiedlungsdichte von 93 Menschen pro Quadratkilometer.


Das Bruttosozialprodukt der armen Gegend lag bei gerade einmal 68 Prozent des Landesdurchschnitts. Und dies obwohl es zwischen 1969 und 1970 eine Steigerung von 24,5 Prozent gab, die auch dem wachsenden Tourismus zugeschrieben wurde.


Auch mit 121 Industriearbeitern pro 1000 Einwohner lag Wittgenstein deutlich unter dem Landesschnitt von 157.


Trotz Wirtschaftswachstum gab es finanzielle Nöte: Mehr als ein Viertel des Kreishaushalts 1967 von 16 Millionen Mark gingen für die Verwaltungskosten drauf.