Fair Future: Einsatz für eine gerechte Zukunft

Mathias Krohn (links) und Benjamin Kühne stellen Schülern im Rahmen ihrer Vortragsreihe „Fair Future II – Der Ökologische Fußabdruck“ die Frage: „Wie wollt ihr in Zukunft leben?“
Mathias Krohn (links) und Benjamin Kühne stellen Schülern im Rahmen ihrer Vortragsreihe „Fair Future II – Der Ökologische Fußabdruck“ die Frage: „Wie wollt ihr in Zukunft leben?“
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Schüler der Städtischen Realschule Bad Berleburg lernen ihren „ökologischen Fußabdruck“ kennen.

Bad Berleburg..  Für die Produktion von nur einem Kilo Rindfleisch seien im Schnitt 21 Kilogramm Getreide vonnöten. Aus der gleichen Menge ließe sich Brot herstellen, das für vier Monate reicht. Ein Raunen geht durch den Vortragssaal im Bad Berleburger Bürgerhaus. Allein für ein Steak werden 4500 Liter Wasser verbraucht, bevor es auf unserem Teller landet. Wieder ein Raunen, diesmal lauter. „Wer ist jetzt der Meinung, dass wir etwas ändern müssen?“, fragt Benjamin Kühne in die große Runde. Fast alle der anwesenden 300 Realschüler lassen ihre Hand in die Luft schnellen. Was Kühne ihnen zuvor in Wort, Film und Grafik offenlegte, hat allem Anschein nach Spuren hinterlassen.

Keine Weltverbesserer

Kühne ist 28 Jahre alt, studiert Nachhaltigkeits-Management und ist für die Umweltbildungskampagne „Fair Future II“ in ganz Deutschland unterwegs. Die Technik bietet der Verein „Multivision“, der mit bildgewaltigen Präsentationen Schüler ab Klasse sechs über ihren „ökologischen Fußabdruck“ informiert. Heißt: in welchem Missverhältnis unser Konsumverhalten im Vergleich zu den vorhandenen natürlichen Ressourcen steht. Kühnes Publikum an diesem Morgen sind die Siebt- und Achtklässler der Städtischen Realschule Bad Berleburg.

„Das Interesse ist überwiegend groß“, erklärt Kühne, „nicht nur von Seiten der Schüler. Auch Lehrer kommen auf mich zu, um zu erfahren, wie sie unsere Inhalte in ihren Unterricht einbringen können.“ Der Mann, der die Technik bedient, während Kühne vorträgt, ist Mathias Krohn. Der 50-jährige Umweltaktivist ist seit 20 Jahren für Greenpeace Deutschland im Einsatz, die beiden bilden eines von drei Teams, die aktuell durch die Republik touren. „Ich glaube, dass Themen wie Umweltschutz, Nachhaltigkeit, natürliche Ressourcen die Jugend total betreffen“, sagt Krohn, „wie kommen wir in Zukunft weg von Kohle, weg von Atomenergie? Das sind Fragen, mit denen sie sich beschäftigen werden müssen.“ Die großen Weltverbesserer seien sie aber ganz sicher nicht.

Drei blaue Planeten wären nötig

Schmetterlings-Effekt

„Es ist nicht so, dass wir heute kommen und morgen ist alles gut“, macht Kühne klar, auch sein ökologischer Fußabdruck könnte kleiner sein. Ihm geht es darum, dass sich in den Köpfen der Jugendlichen ein Bewusstsein für die kleinen Umweltsünden des Alltags entwickelt. Ein Gedanke, den sie weitergeben können: „Wenn ich mir ein Smartphone kaufe, kann ich doch auf die nächste Jeans oder ein paar Burger verzichten. Eine fair produzierte Jeans kann keine zehn Euro kosten.“ Krohn pflichtet seinem Kollegen bei: „Unser Lebensstil wirkt sich auf den Hunger in der Welt aus.“ Die ungerechte Verteilung von Ressourcen, die Armut in Dritte-Welt-Ländern seieneEinem Schmetterlings-Effekt ähnlich: Ursache hier, Wirkung dort. Dabei könne jeder einzelne seinen ganz persönlichen Beitrag leisten. Und sei dieser noch so klein.

Tanja, 13 Jahre jung, will sich die neuen Erkenntnisse zu Herzen nehmen: „Das hat mir gezeigt, in welche Richtung es in der Welt geht. Wir müssen mehr aufpassen, umweltfreundlicher sein.“ Diesen Gedanken will sie weitergeben.