Fahrerlaubnis aus Polen präsentiert

Bad Berleburg..  Im Jahr 2013 war 52-Jährige das erste Mal ohne Führerschein am Steuer erwischt worden. Da gab es eine Geldstrafe. Ein Jahr später im September wurde er erneut von Polizeibeamten gestoppt, dieses Mal aber präsentierte er ihnen einen Führerschein, leider keinen deutschen, sondern ein Exemplar aus Polen.

Volles Punktekonto

Das gute Stück lag am Dienstag auf dem Pult von Richter Torsten Hoffmann, und er war sich nicht ganz sicher, ob der Schein auch echt war. Das spielte allerdings keine Rolle, weil dem Arbeitsuchenden bereits im Jahr 2009 aufgrund seines überquellenden Punktekontos die Fahrerlaubnis entzogen wurde. Die Fahrberechtigung zurückzuerlangen scheiterte an der negativ verlaufenen Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU).

Schicksalsschläge erlebt

Rechtsanwältin Dunja Veller war sichtlich engagiert, für ihren Mandanten ein akzeptables Urteil herauszuholen. Sie verwies auf die Schicksalsschläge, die der 52-Jährige hinnehmen musste. „Frau gestorben und Arbeitsstelle weg. Jetzt ist er bemüht, sein Leben wieder zu regeln“, so die Verteidigerin.

Um alles in den Griff zu bekommen, dazu braucht der Angeklagte mit Wohnsitzen in Siegen und Warschau natürlich eine Fahrerlaubnis. Zumindest für drei Monate wird er darauf verzichten müssen, vorausgesetzt er bekommt sie vom Straßenverkehrsamt überhaupt wieder ausgehändigt.

Weil er bereits das zweite Mal im Straßenverkehr aufgefallen ist, verhängte das Amtsgericht noch eine dreimonatige Bewährungsstrafe. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.