Fachleute sollen strittige Fragen abschließend klären
26.09.2007 | 21:24 Uhr 2007-09-26T21:24:44+0200Bad Berleburg. (lpd) Der König der Wälder lässt noch auf sich warten. Dennoch ist das Wisentprojekt in Bad Berleburg weit davon entfernt, einzuschlafen.
Während der Wisent in anderen Gehegen, wie beispielsweise im Wild- und Wanderpark Silz im Pfälzerwal?d neben Wölfen und frei laufenden Hirschherden zu den Attraktionen für Touristen zählt, müssen sich die Wittgensteiner Befürworter des Pilotprojektes einer Auswilderung und Wiederansiedlung der vom Aussterben bedrohten Wildrinder am Rothaarkamm noch gedulden. Gleiches gilt auch für die Touristiker, die sich von einem Schaugehege mit einer kleinen Anzahl von Tieren parallel zur wildlebenden Herde einen zusätzlichen Anreiz für Besucher Bad Berleburgs erhofft haben.
Wie Johannes Röhl, Leiter der Wittgenstein-Berleburg'schen Rentkammer auf WR-Anfrage erläuterte, ist das Projekt trotz einiger Rückschläge noch lange nicht vom Tisch. Derzeit arbeite die Projektgruppe gerade daran, "die zum Teil berechtigten Fragen" von Kritikern abschließend zu beantworten. Fachleute sollten zur einer möglichen Gefährdung von Menschen und Tieren durch ausgewilderten Wisente Stellung nehmen. Außerdem solle auch die Eignung des Lebensraumes für die Wisente erneut von Biologen überprüft werden. Wenn die verschiedenen fachlichen Bewertungen vorlägen, sollen sie dem finalen Antrag für die in Deutschland einzigartige Auswilderung beigefügt werden. Dies solle im November geschehen.
Dann liegt die Entscheidung über das Für und Wider des Auswilderungsprojektes bei den zuständigen Behörden des Bundes und des Landes. Bis die ersten Wisente in einem Eingewöhnungsgatter in Bad Berleburg stehen, könnte also noch viel Zeit vergehen.
0mitdiskutieren