Blumenhandel
Es ist spät geworden
20.03.2010 | 05:00 Uhr 2010-03-20T05:00:00+0100Bad Berleburg. Der lange Winter hat dem heimischen Blumenhandel ein ordentliches Problem beschert.
„Es ist ziemlich spät geworden für Primeln und Stiefmütterchen”, weiß der Berleburger Gärtnermeister für Blumen- und Zierpflanzenbau, Reinhard Strack, der wie seine Kollegen in Wittgenstein in seinem Gartencenter voll mit den Vorbereitungen auf den Frühling beschäftigt ist.
Größte Pflanzenmesse der Welt
Seit Anfang des Jahres ist Strack auf den Fachmessen in Deutschland unterwegs gewesen, darunter die größte Pflanzenmesse der Welt in Essen, und hat sich während der Winterpause seines Betriebs über neue, innovative Produkte informiert. Was sind die Trendfarben der neuen Saison? Antwort: Insgesamt helle und pastellfarbene Töne. Wie liegen die Preise in diesem Jahr? Außerdem muss rechtzeitig die „Hartware” bestellt werden. Samen oder die nach eigener Rezeptur hergestellte Blumenerde sind da das kleinste Problem; „aber”, so erzählt Strack, „die Außerkeramik kommt heute fast nur noch mit Schiffen aus Vietnam, Thailand oder Korea. Da braucht man Monate Vorlauf.”
Und dann braucht die „Floraland”-Verkaufshalle natürlich einen ausgiebigen Frühjahrsputz; die Heizung in Gang gesetzt und notwendige Reparaturen müssen durchgeführt werden wie die Desinfektion der Räume, um die Ungeziefergefahr für die Pflanzen zu bannen.
Blühstadium
Pflanzen? Wann kommen die denn eigentlich an? Reinhard Strack und sein Gärtner Dieter Stracke verraten: „Ganz zum Schluss. Die kommen als allerletztes in den Laden, weil sie Frische und ein entsprechendes Blühstadium haben müssen. Knospige oder überblüte Pflanzen lassen sich nicht verkaufen.”
Nun hofft er darauf, dass in den Gärtnereien am Niederrhein oder in Holland noch ausreichend Hauptartikel wie die genannten Priemeln etc. zur Verfügung stehen; denn die Gärtner haben nachrückende Kulturen. Strack erklärt, dass die Flächen in den Gewächshäusern mehrmals belegt werden „wie die Tische in einem guten Restaurant.” Aber durch diesen Winter hat sich das alles auf der Zeitschiene nach hinten verschoben und eigentlich müssten Geranien oder Petunien für die Sommerbepflanzung schon wachsen. Denn das Sommergeschäft beginnt bereits Anfang Mai; aber in diesem Jahr wird es nach Ansicht des Blumenhändlers „wohl fließend werden. Die Frühjahrssaison geht bis weit in den April hinein; dann kommen die ersten Geranien.”
Neue Kreationen
Und kommen neue Kreationen auf den Blumenmarkt? Reinhard Strack ist skeptisch: „Bis neue Züchtungen in Farbe oder Form die für uns notwendige Qualität erreicht haben, können mehrere Jahre vergehen.” Deshalb ärgert er sich manchmal über Berichte in Gartenzeitschriften, die diverse Züchtungen vorstellen, obwohl sie noch gar nicht auf dem Markt erhältlich sind. Deshalb bietet Strack zur Wiedereröffnung am kommenden Mittwoch lieber Bewährtes: Primeln und Stiefmüttchen...
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