Es gibt Hoffnung – Wunder geschehen immer wieder

„Gibt es gar keine Hoffnung?“ Die Angehörige des Schwerkranken blickt den Arzt verzweifelt an und knetet ihre Hände. Der Mediziner schaut betroffen zur Seite und sagt: „Nach menschlichem Ermessen nicht.“ Leise fügt er hinzu: „Aber: Wunder geschehen immer wieder.“ Nichts ist uns Menschen so gewiss wie der Tod, formulieren die Philosophen. Die heiteren Lebenskünstler drücken es so aus: „Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich.“ (Erich Kästner) Der Mensch lebt nur eine kurze Zeit, so die Lebensweisheit der Bibel. Im Mittelalter, wo der Tod allgegenwärtig war, betrachtete man das Leben als ein Hinschreiten auf den Tod und mahnte zur lebenslangen Vorbereitung auf das Ende, riet zum Loslassen, zur „Kunst des Sterbens“ (ars moriendi).


Gibt es gar keine Hoffnung? Klinisch Tote werden ins Leben zurückgeholt und berichten Erstaunliches von ihrer Erfahrung nach dem Tod. Die Vernunft-Gesteuerten wiegeln das ab: Das seien im wahrsten Sinne Hirngespinste, vom Gehirn hervorgerufene Illusionen.


Gibt es gar keine Hoffnung? Nach menschlichem Ermessen nicht. Und da hinein, mitten in die Hoffnungslosigkeit hinein, geschieht das Ostergeschehen! Der Herr ist auferstanden! Wir haben ihn gesehen!, stammeln Jesu Jünger. Einer, der nicht dabei war, kann es nicht glauben: „Ich muss es selbst sehen und fühlen, vorher glaube ich es nicht!“, und bekommt wenig später die Gelegenheit dazu. Ostern, Jesu Auferstehung, das ist „hoffen wider alle Hoffnung“, wie es Heinz Martin Lonquich in seinem Lied ausdrückt. Ostern – einer hat den Tod besiegt! Jesus hat den Tod besiegt! Seit Jesu Auferstehung gilt: Der Tod hat seine Macht verloren. Er hat nicht mehr das letzte Wort.


Gibt es Hoffnung? Ja, es gibt sie! Christen leben und sterben mit dieser Hoffnung: Der Tod ist nicht das Letzte, was uns erwartet!
Und so dichtet Lonquich: Hoffen wider alle Hoffnung, glauben, dass es dennoch weitergeht. Lieben, wo es beinah nicht mehr möglich, damit die Welt auch morgen noch besteht. Trauen dem, der uns gesagt hat: „Siehe, ich bin bei euch alle Zeit.“ Mit uns ist er auch in unserm Suchen, bis wir ihn schau‘n im Licht der Ewigkeit.
Haben Sie ein frohes und gesegnetes Osterfest!
Pfarrerin Christine Liedtke