Es fehlt an Freiwilligen bei der Feuerwehr

Die Feuerwehr in Bad Laasphe sucht dringend Freiwillige. Ein anderes Problem ist die Löschwasserversorgung. Das haben Großbrände wie der eines Schmierstofflagers 2012 in Oberndorf (Foto) gezeigt.
Die Feuerwehr in Bad Laasphe sucht dringend Freiwillige. Ein anderes Problem ist die Löschwasserversorgung. Das haben Großbrände wie der eines Schmierstofflagers 2012 in Oberndorf (Foto) gezeigt.
Foto: WP

Bad Laasphe..  Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Der demographische Wandel ist das Hauptproblem der Freiwilligen Feuerwehren auf dem Land. Das macht ein Blick auf den Neu-Entwurf des Brandschutzbedarfsplan der Stadt Bad Laasphe deutlich. Das Papier ist Diskussionsgrundlage in der Bad Laaspher Ratssitzung am kommenden Donnerstag, 25. Juni.

Aktuell 153 Aktive weist der Plan aus, den die Stadtverwaltung und die Feuerwehrführung zusammen aufgelegt haben. Das reicht auf dem Papier, um alle Fahrzeuge zu besetzen und noch eine kleine Reserve zu haben. In der Kernarbeitszeit, den Ferien oder schlimmstenfalls bei einer Großschadenslage sind alle diese Zahlenspiele Makulatur. Laut Feuerschutz- und Hilfeleistungsgesetz muss eine Kommune eine „leistungsfähige Feuerwehr“ unterhalten.

Rechtliche Grundlagen

„Das ist in Nordrhein-Westfalen sehr schwammig formuliert“, gibt Laasphes Wehrführer Dirk Höbener zu und erläutert: Die Ausstattung mit Fahrzeugen und Technik richtet sich nach dem Gefahrenpotenzial. Das heißt, eine Stadt mit chemischer Industrie hat andere Szenarien und Einsatzfahrzeuge zu berücksichtigen als eine Landgemeinde oder eine mit einem Autobahnanschluss. Hinzu kommt die Zahl und Wahl der Standorte, die sich unter anderem an der vorgeschrieben der Einhaltung der Rettungsfristen (Richtwert: nach Alarmierung in acht Minuten mit 10 Einsatzkräften am Einsatzort) richtet.

Ein drittes wichtiges Merkmal, an dem sich auch der Brandschutzbedarfsplan Bad Laasphe orientieren soll, ist die 200-prozentige Deckung der Personalbedarfs, gemessen an den Aufgaben und Fahrzeugen. „Den erreicht fast keine Kommune“, gibt Höbener zu, aber es macht vor dem Hintergrund der Tagesverfügbarkeit von Einsatzkräften Sinn. Auf Bad Laasphe bezogen gibt es folgende Feststellungen: Im Einsatzfall sind nie alle 59 Freiwilligen Feuerwehrmänner und -frauen in der Kernstadt oder die 41 im Löschzug Banfetal oder die zusammengenommen 53 an den Standorten Feudingen und Rüppershausen im Löschzug Oberes Lahntal abrufbar. Stichworte wie Arbeitsstellen an anderen Orten, Urlaub oder Krankheit verändern die Zahl der tatsächlich alarmierbaren Feuerwehrleute.

Unterschiedliche Probleme

Für die Kernstadt mit Niederlaasphe und Puderbach heißt es in den Anmerkungen zum Plan: „Die vorhandene Zahl der Einsatzkräfte ist sowohl tagsüber als auch nachts für die 200-prozentige Sicherheit nicht ausreichend“. Dafür werden in der Kernstadt 81 statt der tatsächlichvorhandenen 59 Feuerwehrleute gebraucht. Für den Löschzug Banfetal ist die Tagesverfügbarkeit zwischen 6 und 16 Uhr das Hauptproblem, weil viele Feuerwehrleute ihren Arbeitsplatz außerhalb Banfes haben. Deshalb wird hier grundsätzlich der Löschzug I mit alarmiert. Positiv vermerkt ist, dass im Banfetal erstmalig auch Frauen und Mädchen im Löschzug Dienst tun und deshalb das Feuerwehrgerätehaus baulich angepasst werden muss.

Jugendarbeit und Anwerbung

Auch für die Feudinger Kameraden ist die Tagesverfügbarkeit der 34 Freiwilligen nicht ausreichend. Auch hier wird der Löschzug I mitalarmiert. Hinzu kommt, dass das Gerätehaus in der Randlage außerhalb liegt und für die Feuerwehrleute nur durch eine Anfahrt zu erreichen ist. Das wirkt sich auf die Ausrückezeit aus, die so um etwa zwei Minuten verzögert wird. Trotz dieser zum Teil ernüchternden Zahlen ist Wehrführer Dirk Höbener optimistisch: „Wir haben gezielt Leute angesprochen und ich habe in diesem Jahr bereits drei, vier Neuaufnahmen unterzeichnet. Außerdem bekommen wir jetzt einen ganzen Schwung aus der Jugendfeuerwehr.“ Stadt und Wehrführung tragen der Demographie im Brandschutzbedarfsplan Rechnung, in dem sie künftig hochtechnisierte Gruppenfahrzeuge anschaffen wollen, die mit einer Staffelbesatzung aus sechs Person statt einer Gruppenbesatzung aus zehn Personen bedient werden können. Dadurch wird auch die Unterdeckung der 200-prozentigen Personalvorgabe leicht verringert.