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Erstes Wisent auf Rollen im Familienzentrum geboren

14.04.2010 | 16:04 Uhr
Erstes Wisent auf Rollen im Familienzentrum geboren

Bad Berleburg. Seit wenigen Tagen gibt es ein weiteres Wisent in Bad Berleburg. Geboren - oder besser gesagt gebaut - wurde es im AWO-Familienzentrum Berliner Straße.

„Die Anregung kam von den Kindern”, berichtet Leiterin Ingrid Henkel. „Die Ankunft der Wisente war Gesprächsthema zuhause. Sie haben die Aktion in der Zeitung mitverfolgt und wollten alles über Wisente wissen.”

100 Zentimeter großes Wisent

Zuerst wurde im Internet recherchiert, Bilder gemalt, Zeitungsausschnitte gesammelt und Info-Material studiert. Dann schauten sich die Vorschulkinder das Tier am Kreisel an. Weil sie das Objekt für ihre Studienzwecke aber nicht ausleihen konnten, beschlossen die Jungen und Mädchen: „Dann machen wir selbst eins.”

Erzieherin Hanna Nipko fertigte gemeinsam mit den insgesamt 26 Kindern an vier Nachmittagen das etwa 100 Zentimeter große Wisent an, das auf einer mit Moos beklebten Platte steht. „Das sieht ja ganz klasse aus. Absolut spitze”, lobte Bürgermeister und Vorsitzender des Trägervereins Bernd Fuhrmann die jungen Akteure vor Ort.

Lerneffekt nebenbei

„Wie habt ihr das denn gemacht?” Der Körper wurde aus Papprollen, blauen Müllsäcken, Kleister und Zeitungsschnipseln geformt, das Äußere mit Bastelfell und Klebeband, Leder sowie Schlauchstücken gestaltet. Mit den Händen wurde braune Fingerfarbe aufgetragen und mit Klarlack besprüht, berichten die Fünf- und Sechsjährigen, die übrigens eifrig bei der Arbeit waren und dabei jede Menge Spaß hatten.

Und ganz nebenbei haben alle eine Menge über das Wildtier gelernt: Nicht nur wie es aussieht, sondern auch wo und wie ein Wisent lebt und welche Nahrung es frisst. Beeindruckt von dem Engagement hat Bernd Fuhrmann als Vorsitzender des Trägervereins Wisent-Wildnis-Wittgenstein die jungen Wisent-Experten nach Eröffnung des Wingeshäuser Schaugeheges dorthin eingeladen.

Freodor heißt das neue Wisent

Vorab soll Wisentwärter Jochen Born dem Familienzentrum einen Besuch abstatten, von den in Wittgenstein lebenden Tieren erzählen und die Fragen der Jungen und Mädchen beantworten. Diskutiert wurde im Beisein des Bürgermeisters der wichtige Punkt der Namensgebung für das neue Wisent. Die Mehrheit stimmte beim Stuhlkreis für den Phantasienamen „Freodor”. Bernd Fuhrmann hat bereits angefragt, ob die Kinder ihn für Ausstellungszwecke verleihen. „Kein Problem, er hat ja Rollen.”

Ute Schlapbach

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