Erste Station für täglich 100 Flüchtlinge in Bad Berleburg

Michael Haßler, beim Kreis Fachserviceleiter Immobilien (rechts) und Bauleiter Holger Trost im künftigen Schalterbereich der Aufnahmeeinrichtung. Haßler zeigt gerade, wie hoch die hier noch fehlenden Glaswände werden.
Michael Haßler, beim Kreis Fachserviceleiter Immobilien (rechts) und Bauleiter Holger Trost im künftigen Schalterbereich der Aufnahmeeinrichtung. Haßler zeigt gerade, wie hoch die hier noch fehlenden Glaswände werden.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Vom Stöppel bis nach Mollseifen würde das Datenkabel reichen, das Elektro-Installateur André Florin und seine Mitarbeiter gerade in der früheren Salzmannschule verlegen.

Bad Berleburg.. Rund 14 Kilometer orange ummantelter Draht verschwinden dort in den Decken der oberen Etage, in der ab Anfang Mai die Zentrale Ausländerbehörde (ZAB) des Kreises ihre Arbeit aufnehmen wird. Rund 100 Flüchtlinge täglich werden dort nach ihrer Ankunft registriert.

20 Mitarbeiter für Erstregistrierung

Michael Haßler, Leiter des Fachservice Immobilien bei der Kreisverwaltung, und Bauleiter Holger Trost erläutern unserer Lokalredaktion beim Rundgang durch die ehemaligen Flure und Klassenräume die Planungen der Büros, Wartezonen und sanitären Einrichtungen. Auf der Baustelle herrscht für die Augen des Laien noch Chaos; die Handwerker jedoch haben ein klares Bild ihrer Arbeit und lassen sich von Strippen und Kabeln, von Mörtel und Fliesen nicht aus der Ruhe bringen. Dass Anfang Mai hier rund 20 Mitarbeiter des Landes für die Erstregistrierung der Flüchtlinge im Einsatz sein können, liegt am straffen Zeitplan, der nach den Vorgaben des Regierungspräsidiums Arnsberg eingehalten werden muss.

„Zum Glück hatten die Handwerker Kapazitäten frei“, freut sich Michael Haßler einerseits; denn auf der anderen Seite werden die Büros für die 30 Angestellten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in der unteren Etage erst in zwei bis drei Monaten fertig. Daher ziehen die Mitarbeiter vorübergehend in die leerstehenden Räume des früheren Gesundheitsamtes unterhalb des Krankenhauses ein.

In den künftigen Büros in der Salzmannschule hängen noch Scherenschnitte von einer Stadtsilhouette und Kopien der weltberühmten „Sonnenblumen“ von Vincent van Gogh – das sind letzte Relikte aus dem Unterricht. Sie werden ebenso wie die fast 20 Kochstellen in der ausgedienten Schulküche bald verschwunden sein.

Doch „was im Bestand gut war, wird weiter verwendet“, erklärt Bauleiter Trost. In den ohnehin vorhandenen Büros sind die Teppichböden gereinigt, die Wände gestrichen worden. Hier können die Möbel können.

Investition von 470 000 Euro

Nach Schätzung von Holger Trost liegen die Investitionen für das Land bei rund 470 000 Euro, die Maßnahme des Bundes kostet bis zur Fertigstellung rund 355 000 Euro. Dann kann die Arbeit aufgenommen werden.

Wie das dann ablaufen kann, erklärt Michael Haßler. Über eine Brücke im rückwärtigen Bereich des Gebäudes kommen die bis zu 100, mit zwei Bussen gebrachten, Flüchtlinge an einem Infoschalter an. Dort erhalten sie vor der Registrierung die ersten Unterlagen in ihrer Sprache. Anschließend geht es mit einem Kleinbus zur ärztlichen Untersuchung und Röntgenaufnahmen ins Krankenhaus. Danach fährt der Bus die Flüchtlinge zu den Aufnahme-Einrichtungen Am Spielacker oder in Burbach. Tags drauf wird das BAMF im Beisein der Antragsteller das Asylverfahren eröffnen, bearbeiten und im besten Fall den Menschen einen neuen Wohnort zuweisen. Es wird damit gerechnet, dass sie sich in Bad Berleburg von zwei Tagen bis zwei Wochen aufhalten werden.