Erst am Abend fiel der letzte Span

Er wollte alles – und er hat alles bekommen. Thomas Roth führt seit Donnerstag als König an Stelle von Vorgängerin Marita Berretz das Schützenvolk des Erndtebrücker Schießvereins.
Er wollte alles – und er hat alles bekommen. Thomas Roth führt seit Donnerstag als König an Stelle von Vorgängerin Marita Berretz das Schützenvolk des Erndtebrücker Schießvereins.
Foto: WP

Erndtebrück..  „Jetzt will ich aber auch alles“, war der Kommentar des neuen Schützenkönigs Thomas Roth, der an Himmelfahrt im Fuchsrain Marita Berretz als Königin ablöste. Doch bis es soweit war, mussten zunächst einige Stunden vergehen. Beginnend um 11 Uhr morgens mit der Jugend des Erndtebrücker Schießvereins startete das diesjährige Vogelschießen.

Lara regiert die Jungschützen

Von reichlich Publikum schon am frühen Mittag wurden alle angetretenen Schützen unterstützt, so dass auch die Preise nicht lange auf sich warten liesen: Die beiden Flügel gingen an Lara Althaus (links) und Michel Busch (rechts). Den Reichsapfel schoss Paul Klose, Florian Spies errang das Zepter und die Krone ging an Eric Schneider. Als neue Regentin konnte sich Lara Althaus durchsetzen.

Im Anschluss folgte der Wettkampf um das Amt des Schützenkönigs, das bisher Marita Berretz inne hatte. „Man ist schon mal bekloppt“, sagte sie selbst noch im vergangenen Jahr über ihren Gang zum Großkaliber-Gewehr. Etwas zaghafter dagegen schien Thomas Roth, der zunächst nur „einen abgeben“ wollte, bis er schließlich doch „alles“ wollte – und bekam. Doch der Weg bis dorthin zog sich über einige Stunden und kostete fast die gesamte vorhandene Munition. Eigentlich hätte Marita Berretz ihre Schützenkette am liebsten an eine Frau abgegeben, was auch die Zahl der schießfreudigen Kandidatinnen zumindest in der Theorie recht wahrscheinlich gemacht hätte. So gaben Bea Heesen, Christin Harms und Denise Schlabach durchaus auch den ein oder anderen Schuss mit ab. Bis 20.15 Uhr löste sich Span um Span vom begehrten Zielobjekt.

Mit dem über 400. Schuss setzte sich schließlich Thomas Roth gegen sieben weitere Bewerber durch und führt nun das Schützenvolk des Schießvereins. Damit hat er sich gleichzeitig die Möglichkeit geschaffen, im Herbst beim Westfälischen Schützentag Landeskönig zu werden, was sich als Vorsitzender des Schützenkreises Wittgenstein der er ebenfalls ist, natürlich sehr gut machen würde.