Erndtebrücker Ratsstuben bleiben vorerst eine Ruine
09.02.2012 | 15:35 Uhr 2012-02-09T15:35:00+0100
Erndtebrück.Die Erndtebrücker Ratsstuben werden wahrscheinlich vorerst nicht abgebrochen und nach der laufenden Entkernung als Bauruine erhalten bleiben. Damit reagiert die Buderus Klute GbR als Eigentümerin des Grundstücks auf die Nachricht einer Veränderungssperre.
Bereits vorhandene Planungen für das Gelände sollen zurück gestellt, teilte Mitinhaber Heiko Klute der WAZ-Mediengruppe mit. Klute zeigte sich insbesondere verärgert über die Tatsache, dass sein Unternehmen über die im Bauausschuss abgestimmte Veränderungssperre im Vorfeld nicht unterrichtet worden sei. „Es kann ja nicht sein, dass wir so etwas aus der Zeitung erfahren.“
Der Unternehmer sieht sich damit offensichtlich erneut bestätigt in seiner Meinung über Bürgermeister Karl Ludwig Völkel: „Mit diesem Mann kann man einfach nicht zusammen arbeiten. Er hält sich nicht an Absprachen.“ Sein Unternehmen werde mit weiteren Planungen jetzt wohl so lange warten, bis dieser Bürgermeister nicht mehr im Amt sei: „Dann bleibt halt die Ruine stehen. Wir machen einfach einen Bauzaun drum herum und fertig.“
Gegenüber allen anderen Beteiligten aus der Politik hegt der Unternehmer unterdessen keine Vorbehalte. „Mit den Politikern habe ich im Grunde kein Problem. Es ist durchaus legitim, dass die Wünsche äußern. Wir wären grundsätzlich zu Gesprächen bereit, um gemeinsam eine attraktive Lösung für diese zentrale Lage zu finden. Aber wenn wir jetzt abreißen, sind wir der Willkür des Bürgermeisters ausgeliefert. Das werden wir nicht machen.“
Wie die Planungen im Groben aussehen könnten, war, so Klute, bereits Inhalt von Gesprächen mit dem AWO-Bezirksverband. Ein Komplex mit barrierefreien Wohnungen sei angedacht, „Stadthäuser sind eine weitere Idee. Das Grundstück ist ja rund 4500 Quadratmeter groß. Da kann man etwas wirklich Schönes und Attraktives bauen.“ In der Folge solle insbesondere auch eine Vernetzung mit dem vorhandenen Seniorenheim erreicht werden, um älteren Menschen in den neuen Wohnungen von dort aus mit Dienstleistungen zur Seite zu stehen. Klute: „Das bietet sich an. Schließlich ist an diesem Standort ja alles schon vorhanden.“
Reichlich Erfahrung mit dem Bau solcher Anlagen hat die Buderus Klute GbR., die, so Klute, der größte Bauträger für Sozialimmobilien in Deutschland ist: „Aktuell haben wir rund 300 Wohnungen an 10 Standorten im Bau.“
Erndtebrück soll nach negativen Erfahrungen mit dem Verwaltungschef in der Vergangenheit einstweilen nicht dazu gehören, weil der „kein verlässlicher Partner“ sei.
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