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Schüler-Genossenschaft

Erfolgreich wirtschaften

07.02.2012 | 15:57 Uhr
Erfolgreich wirtschaften

Bad Berleburg.Die Satzung ist vorbereitet und der Businessplan steht. Jetzt fehlt den 19 Realschülern um Lehrer Manfred Belz nur noch ein griffiger Name für ihre in der Gründung befindliche Schüler-Genossenschaft. „Belzis“, angelehnt an den Namen ihres Pädagogen, war ziemlich schnell Geschichte. Doch die Zeit läuft, denn am 1. April beginnt das erste Geschäftsjahr.

Mit ihrem Vorhaben betreten die Schüler der Klassen 8 bis 10 absolutes Neuland. Einerseits, weil Bereiche wie Marketing und Buchführung bisher nicht zu ihrem Alltag gehörten, aber auch, weil im weiteren Umkreis bisher keine Schule Erfahrungen mit der Gründung einer Genossenschaft gemacht hat. „Wir sind die ersten“, sagt Schulleiter Manfred Müller nicht ohne Stolz. Seine anfängliche Skepsis, ob ausreichend Schüler Interesse zeigen würden, ist inzwischen einer gewissen Euphorie gewichen. „Ich hatte mit halb so vielen gerechnet“, gesteht er.

Geld für Schulprojekte

Damit alles in geregelten Bahnen abläuft, kooperiert die Realschule eng mit der Volksbank Wittgenstein. Denn die Schüler-Genossenschaft ist dazu verpflichtet, ordnungsgemäß ihre Bücher zu führen. „Sie werden natürlich auch geprüft“, erklärt Kai Wunderlich, einer von zwei Volksbank-Betreuern.

Ziel der Genossenschaft soll es sein, Gewinne zu erwirtschaften, um damit Schulprojekte zu unterstützen. „Das können Ausflüge sein, für die dann die Buskosten bezuschusst werden“, nennt Projektlehrer Belz ein Beispiel, „oder aber Anschaffungen wie ein Kicker oder eine Tischtennisplatte.“

Womit die Schüler-Genossenschaft allerdings ihr Geld verdienen kann, das ist ein weites Feld mit vielen Möglichkeiten.

Vieles ist noch zu tun

Denkbar ist der Verkauf von Pausensnacks, Schul-Shirts, Jacken und Tassen mit Schullogo und natürlich Schulmaterialien. „So oft, wie mal hier ein Heft oder da ein Radiergummi fehlt“, zeigt sich Manfred Müller optimistisch, „dürften mit dem Angebot offene Türen eingerannt werden.“ Doch bis es so weit ist, gibt es noch allerlei zu erledigen.Denn es gibt bisher weder eine Geschäftsführung noch einen Aufsichtsrat. Auch die Bereiche Marketing, Buchführung, Sekretariat, Ein- und Verkauf sind noch unbesetzt. „Wir haben aber schon mal nachgefragt, wer sich wofür interessiert“, sagt Belz.

Die Schüler arbeiten indessen mit Begeisterung an ihrer Selbstständigkeit: „Ich freue mich total darauf, endlich die Theorie in die Praxis umzusetzen“, meint Svenja (15). Jannik (16) erkennt insbesondere einen Nutzen: „Es macht sich doch gut in einer Bewerbung, wenn man solche Sachen vorweisen kann.“

Ingo Schmidt

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