Entscheidung fürs Lieblingsbild fällt wirklich schwer

Oberndorf..  Als „Potpourri der Kunst – Malerei und mehr“ war die Vernissage im Seniorenstift Elim angekündigt. In Kooperation mit der Wittgensteiner Kunstgesellschaft wurde jetzt „eine außergewöhnliche Ausstellung an einem außergewöhnlichen Ort“ eröffnet, wie die Veranstalter erklärten. Neben bereits bekannten Wittgensteiner Künstlern stellen auch einige Bewohner des Stifts ihre Kunstwerke mit aus.

Nach der Begrüßung, die vom Flötenkreis Friedensdorf musikalisch gestaltet wurde, konnten die Gäste die Malereien bewundern. Bilder in ganz unterschiedlichen Techniken stehen im Fokus der Ausstellung.

Die in Wittgenstein bekannten Künstlerinnen Ortrud Riedesel-Hilse, Doris Stöcker und Elke Franz präsentieren ihre Werke. Überwiegend kirchlich-christliche Themen zeigen die Ölmalereien von Elke Franz. Und von Johanna Breidenstein können wunderschöne Porzellanmalereien bewundert werden.

Arnold Bernshausen und Karl-Heinz Saßmannshausen sind als Künstler des Seniorenstifts vertreten. Bereits als Kind hat Bernshausen gerne mit dem Bleistift gezeichnet und mit etwa acht Jahren sein erstes Bild gemalt – ein Porträt seiner Tante. Von seinem ersten Verdienst kaufte er sich mit 15 Jahren Ölfarben und malte von da an nur noch mit Ölfarben. Seine Bilder zeigen die unterschiedlichsten Motive. Seit er im Haus Elim lebt, verbringt er viel Zeit mit der Malerei. Inzwischen malt er allerdings nur noch mit Acrylfarben.

Verschüttetes Talent entwickelt

Karl-Heinz Saßmannshausen hat schon als kleiner Junge in den Kriegsjahren gerne gezeichnet – mit einem kleinen Bleistift in der Hosentasche auf jedem Stückchen Papier, das er ergattern konnte. Natürlich konnten in der damaligen Zeit künstlerische Ambitionen kaum gefördert werden – erst recht nicht bei einer großen Familie. Ende der 70er Jahre belegte Karl-Heinz Saßmannshausen bei der VHS Kurse in Aquarell- und Ölmalerei. Bis heute ist er Mitglied im Wittgensteiner Kunstverein. Bei einigen Ausstellungen wurden seine Bilder bereits gezeigt. Malerei ist für Saßmannshausen ein Rückzugsort. Vorzugsweise malt er Landschaften.

Werke der inzwischen verstorbenen Ursula Hage, die auch der Künstlergemeinde des Hauses Elim zuzuordnen ist, sind ebenfalls ausgestellt. Die Familie der Verstorbenen stellt dem Seniorenstift die Bilder bis auf Weiteres zur Verfügung.

Bei der Ausstellung erfuhr man einen wahrhaft optischen Sinnesrausch. Allein bei der Vielzahl der ausgestellten Blumen-Motive konnte man am Ende nur schwer entscheiden, welches denn nun das eigene Lieblingsbild ist.

Gäste ins Haus holen

Die Leitung des Seniorenstifts Elim hofft, durch diese oder ähnliche Aktionen viele Menschen als Besucher in die Häuser zu holen, wodurch sich neue Aktivitäten oder Interessengebiete für die Senioren ergeben können. „Unsere Bewohner sind körperlich meist nur eingeschränkt mobil. Deshalb ist es wichtig, dass wir versuchen, recht viele Gäste in unsere Häuser zu holen“, erklärt Geschäftsführer Johannes Eßmann.