Einfach den Kopf schütteln und lächeln

Wittgenstein..  Über die deutschen Namen unserer Moose kann man sich einesteils wundern, andererseits grübelnd den Kopf schütteln, auch mal die Augenbrauen hochziehen – oder einfach nur lächeln…

Da gibt es das Langestreckte Schönschnabelmoos, das Spitzblättrige Spießmoos, das Trugzahnmoos, das Wellenblättrige Neckermoos, das Eichhornschwanz- Weißzahnmoos um nur einige zu nennen. Kein Wunder, dass die Fachleute, Biologen und Moosspezialisten lieber die lateinischen Namen nutzen, weil diese anscheinend präziser sind.

Zum Beispiel unser heimisches Wellenblättrige oder Gewellte Schiefbüchsenmoos, auch Gewelltblättriges oder Gewelltes Schiefkapselmoos, sowie Welliges Sternmoos und lateinisch Plagiothecium undulatum genannt. Wir finden dieses auffällige, kräftige, fast an kleinere Farne erinnernde Moos mit den hellgrünen und quer gewellten Blättern manchmal sehr häufig, dann wieder recht selten, wenn aber, dann immer an sumpfigen, nassen, dauerfeuchten und häufig auch kühlen Nordhanglagen unserer Fichtenwälder. An den bis zu 15 Zentimeter langen Ästchen ragt der sichtbare aber nur etwa fünf Zentimeter heraus. Oft bildet es quadratmetergroße Decken und Placken aus, wächst sehr flächig und vergesellschaftet sich auch gerne mit anderen Moosarten, wie dem heimischen Widertonmoos und dem Gabelzahnmoos.

Wurzelförmige Stämmchen

Die Pflanzen selbst wirken stark glänzend, sind gleichzeitig verflacht und geschwollen beblättert, das heißt, die Blattflächen liegen zwar mehr oder weniger in einer Ebene, sind aber doch so gebogen, dass die Stämmchen ein abgeplattetes wurmförmiges Aussehen erhalten. Die Blätter selber sind vorne deutlich querwellig, leicht asymmetrisch und von der Form her oval lanzettlich. Der Blattrand ist an der Spitze fein gezähnt. Es existiert eine kurze Doppelrippe. Die Blattflügel laufen als kurzes, sehr schmales Band das Stämmchen herab.

Erosionsschutz in Hanglagen

Diese Moosart wächst sowohl in den gemäßigten Gebieten Nordamerikas, vor allem im pazifisch geprägten Westen, sowie im eher ozeanisch geprägten Teil Europas bis hin nach Kleinasien. Das Moos meidet Kalk, mag hingegen saure Waldböden, aber auch feuchtes Totholz, wächst gerne in Bergwäldern und auf Blockhalden, sowie in Heiden und auf Moorböden (Torf), ist aber auch manchmal auf sehr feuchten Wiesen zu finden. In Hanglagen des Fichtenwaldes bietet das Moos einen guten Erosionsschutz und gilt nicht nur deshalb gerade in unseren heimischen Mittelgebirgen unter Fachleuten und Förstern als „eine wertvolle Zierde des Bergwaldes“. In der Ebene kann es jedoch die (möglicherweise unerwünschten) Vernässungen fördern und die Rohhumusbildung unterstützen.

Fruchtend, also Früchte tragend sieht man dieses Moos in Wittgenstein nur in echten Quellwäldern, also nur im näheren und nassen Quellbereich unserer zahlreichen Waldbäche.