Eine gute Substanz
11.02.2010 | 10:00 Uhr 2010-02-11T10:00:00+0100Bad Laasphe. Die angeschlagenen HGC-Kliniken erfahren derzeit vermehrt beste Genesungswünsche. Gestern besuchte eine Abordnung der Grünen den kränkelnden Patienten, der intensiv im Insolvenzverfahren behandelt wird.
Anne Bade, Ratsmitglied der Grünen in Bad Laasphe, lobte die „gute Arbeit”, die in der Klinik geleistet werde. Hilfe und Beistand erhofft sie aus Düsseldorf. Und von dort war auch mit dem heimischen Landtagsabgeordneten Johannes Remmel ein Grüner mit bester Vernetzung im NRW-Landtag nach Bad Laasphe gekommen, um sich über den Ist-Zustand des Hauses zu informieren.
Überzeugendes Konzept
„Eine gute Substanz”, ist er von der Zukunftsberechtigung der Klinik überzeugt. Allerdings müsse ein überzeugendes und wirtschaftliches Konzept auf den Tisch, damit die Gläubigerversammlung ein Weitermachen des Unternehmens sanktioniert.
Was neben den Patienten auch mit großer Sorge die 230 Beschäftigten verfolgen. „Wittgenstein als Gesundheitsregion braucht auch funktionierende Kliniken”, appelliert Remmel an die handelnden Personen und ließ durchblicken, dass am Ende der Verhandlungen und bei einem guten Konzept das Land möglicherweise auch mit einer Bürgschaft zur Seite stünde. Was auch Laasphes Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann gern gehört haben dürfte.
Lichtstreifen
Remmel gestern bei dem Pressegespräch im Emmaburg Gebäude weiter: „Es wäre aberwitzig, wenn hier was wegbrechen würde.” Und er glaubt nach den gestrigen Gesprächen mit der Klinikleitung auch einen Lichtstreifen am Horizont erkennen zu können. Was auch Spillmann freuen würde: „Es ist enorm wichtig, dass die Kliniken leistungsfähig aufgestellt bleiben.”
Der Stand der Dinge stellt sich eher ernüchternd dar. Insolvenzverwalterin Dr. Sabine Feuerborn aus Köln sagte gestern auf Anfrage unserer Zeiung, dass noch keine konkreten Ergebnisse vorliegen, aber immerhin mit vier Interessenten verhandelt werde. Die scheinen indes noch sehr zurückhaltend zu agieren und sind noch in der Findungsphase. Sie wissen, dass erhebliche Investitionen vonnöten sind, um das Klinik-Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Und da fragen sich die potentiellen Einsteiger: „Kann man das riskieren?”
Entscheidend, so die Meinung der gestrigen Grünen-Abordnung, wird sein, ob das Geschäftskonzept passt und ob die Gläubigerversammlung davon überzeugt werden kann.
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