Ein vokaler Hochgenuss

Bad Berleburg..  „Überragend“. „Ein vokaler Hochgenuss“. „Perfekte Stimmtechnik“. Die nationale und internationale Presse feiert das sechsköpfige Vokalensemble Singphoniker. Für die Kulturgemeinde Bad Berleburg ist es deshalb eine ganz besondere Ehre, dieses seit 30 Jahren erfolgreiche Vokalensemble bei der 43. Internationalen Musikfestwoche auf Schloss Berleburg zu präsentieren. Zu hören sind die Singphoniker am Mittwoch, 8. Juli, um 19.30 Uhr.

„Unser Anspruch an die künstlerische Qualität ist sehr hoch“, betont der 1. Vorsitzende der Kulturgemeinde Bad Berleburg, Otto Marburger. Das spiegelt sich nicht nur in dem Konzert der Singphoniker wider. Jedes Konzert der 43. Internationalen Musikfestwoche auf Schloss Berleburg vom 6. bis 13. Juli hat seine eigene Geschichte, seine eigene Story – und das macht diese Musikfestwoche so interessant. Und die Auswahl der Künstlerinnen und Künstler erfolgt nach der klaren Maßgabe: „Bei uns gastieren die Besten.“

Schubert und Kreisler in einem Top

Doch zurück zu den Singphonikern. Da stellt sich die Frage: Kann man das, darf man das? Franz Schubert (1797 – 1828) und Georg Kreisler (1922 – 2011) in einem Programmtopf? Dass die Singphoniker Schubert „können“ wie vielleicht kein anderes Ensemble auf der Welt, dokumentieren zahlreiche Rezensionen namhafter nationaler und internationaler Medien zu ihren Konzerten und CD-Veröffentlichungen.

Wie funktioniert Kreisler ohne den Meister persönlich? Kann man diese oft bös bis aberwitzigen Lieder, die hinter allem Schmäh oft zutiefst nachdenklich sind und menschliche Weisheit in lakonische Verse gießen, losgelöst von ihrem Schöpfer zu Gehör bringen? Und dabei auch noch musikalisch so verändern, dass die Machart ein wenig an die Comedian Harmonists oder an den anderen großen Wiener Liedschreiber Franz Schubert erinnern.

„Wir denken, dass man nicht nur kann, sondern man muss – unbedingt“, sagt Professor Christian M. Schmidt, Bassist der Singphoniker. Kreislers Lieder sind in ihrer schonungslosen Offenlegung menschlicher Eigenschaften zeitloser als das allermeiste von Kurt Tucholsky. Es gibt obendrauf diese gehörige Portion schwärzesten Wiener Humor. Das Programm sei der verwegene und hoffentlich geglückte Versuch, in Verbindung zu bringen, was für uns durchaus gemeinsame Wurzeln hat, erläutert Schmidt.

Romantisch verklärte Sehnsucht

Legendär sei des Wieners besondere Beziehung zum Tod, dazu eine besondere Lust am Hintergründigen, Phantastischen, am Experiment oder Provokanten. Vieles davon finde sich im Schaffen der beiden Wiener Liedermacher aus ganz verschiedenen Jahrhunderten wieder. Natürlich gebe es auch gravierende Unterschiede: Hier die romantisch verklärte Sehnsucht Schuberts, dort die beißende Ironie des gesellschaftskritischen Kreislers. Was das Thema Tod angehe, seien beide sowieso eindeutig als Wiener zu erkennen. „Manch andere Verbindung der beiden lässt sich im beziehungsreichen Nebeneinander dieses Konzertprogramms ausfindig machen“, verspricht Schmidt.