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Wirtschaft in Wittgenstein

Ein Spezialist für die großen Werkzeugteile

07.09.2012 | 20:00 Uhr
Ein Spezialist für die großen Werkzeugteile
Wirtschaft in Wittgenstein Breuer Metallverarbeitung: Das Spezialgebiet der Firma ist die Bearbeitung von großen Maschinenbauteilen.Foto: Firma Breuer

Feudingen/Bad Laasphe.   Stetig bergauf ging es in den vergangenen 20 Jahren bei Breuer Metallverarbeitung. Das Familienunternehmen hat sich als Zulieferer für den Werkzeugbau in Südwestfalen und darüber hinaus einen Namen gemacht.

Steil wäre das falsche Wort. Stetig passt schon eher. Stetig bergauf ging es in den vergangenen 20 Jahren bei Breuer Metallverarbeitung. Das Familienunternehmen hat sich als Zulieferer für den Werkzeugbau in Südwestfalen und darüber hinaus einen Namen gemacht.

Wenn es um besonders große und schwere Werkzeugbauteile geht, dann kommt die mittelständische Firma mit Werken in Feudingen und Bad Laasphe ins Spiel. In Feudingen können Werkstücke von bis zu 12 Metern Länge und 3,5 Metern Breite mit computergesteuerten Maschinen brenngeschnitten werden. Hier werden Bauteile für das Schweißen vorbereitet, gefräst, gebohrt, gestrahlt und geschliffen. In Laasphe steht seit kurzem der ganze Stolz der Firma: eine neue CNC-Fahrständer-Fräsmaschine, die tonnenschwere Werkstücke von acht Metern Länge und drei Metern Höhe im Fünf-Achsen-Betrieb bearbeiten kann. Die Kunden liefern ihre Pläne und erhalten fertige Bauteile.

Kurze Wege für Kunden

Fast alle Beschäftigten bei Breuer arbeiten in der Fertigung, das bedeutet kurze Wege für die gut 150 bis 200 Kunden, weiß der Chef. Während sich Ernst-Adolf Breuer ums kaufmännische und zwei Mitarbeiter um technische Details kümmern, steht mit Breuers Tochter Nina, die seit Jahren ebenfalls im kaufmännischen Sektor tätig ist, schon die nächste Familiengeneration in den Startlöchern.

Mit Sägeblättern gestartet

Als Ernst-Adolf Breuer 1992 seine GmbH in Erndtebrück gründete, bestand die Firma im Grunde nur aus dem Chef und zwei weiteren Mitarbeitern. Heute und zwei Umzüge später zählt der Wittgensteiner Spezialist für Werkzeugsäulengestelle und Schweißgestelle 36 Mitarbeiter und bildet inzwischen sogar selbst Facharbeiter aus.

Der Weg hierhin war lang. Aber Ernst-Adolf Breuer, der vielen Wittgensteiner Fußball-Freunden unter seinem Spitznamen „Abbi“ bekannt ist, brachte aus dem Sport einen langen Atem und vor allem Durchsetzungsvermögen mit. „Mit Sägeblättern und Bohrern hat damals alles angefangen“, erinnert sich der Techniker. Schon Anfang der 1980er Jahre schärft seine Firma Schneidwerkzeuge für Metall verarbeitende Betriebe in Wittgenstein und dem Siegerland. Sein Bekanntheitsgrad als Fußballer bei den Sportfreunden Siegen oder dem TuS Erndtebrück ist für das Geschäft sicherlich nicht hinderlich, wesentlich entscheidender ist aber die Qualität der Arbeit.

Eine Eigenschaft war beim Stürmer Breuer genauso ausgeprägt wie beim heutigen Geschäftsmann: der richtige Riecher für Tore oder heute Geschäfte.

1992 ist die Auftragslage stabil, und es wird ein entscheidendes Jahr. Neben der Gründung der GmbH zieht das junge Unternehmen auch in eine größere Halle. Das ehemalige Sägewerk Borghaus in Leimstruth bietet Entfaltungsmöglichkeiten und Platz für die Maschinen.

Ein weitere gute Möglichkeit nutzt der Geschäftsmann 1998. Breuer kauft das ehemalige Betriebsgelände der Firma „Otto Heat“ in Feudingen. „Mit sieben, acht Mann sind wir hierher gekommen. Jetzt sind wir 36“, schmunzelt Breuer.

An der Belegschaft zeigt sich eine weitere Eigenschaft des Sportsmanns: Als Trainer und Geschäftsmann hat er gelernt, seine Mannschaften zu führen. „Gutes Personal ist das A und O. Deshalb musst du dich um deine Leute kümmern.“ Facharbeiter im Metallsektor sind inzwischen rar. Allein mit festen Arbeitszeiten und Tarifbezahlung sind die nicht zu locken. Doch auch hier gilt ein Grundsatz, der sich auch im Sport bewährt hat: Wer sich engagiert, sich reinhängt und etwas kann, wird belohnt.

Ausbildungsoffensive

Inzwischen ist aber auch in Wittgenstein der Fachkräftemangel angekommen. Das war auch ein Grund für das Unternehmen, in die Offensive zu gehen und den benötigten Zerspanungsmechaniker Fachrichtung Frästechnik selbst auszubilden. „Wir machen das in diesem Jahr zum ersten Mal“, sagt Nina Breuer. Aber wenn es weiter so stetig bergauf geht, wird auch das sicher ein Teil der Zukunft sein.

Von Lars-Peter Dickel

Lars-Peter Dickel



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