Ein Gedenktag als Mahnmal
10.09.2012 | 16:20 Uhr 2012-09-10T16:20:00+0200
Niederlaasphe. Wie in den Vorjahren waren zahlreiche Vertriebene aus dem gesamten Altkreis der Einladung des BdV-Ortsverbands Niederlaasphe/Puderbach zu Tag der Heimat gefolgt. Den Gedenktag bezeichnete die Vorsitzende der BdV-Frauengruppe, Ruth Schreiber, als „Mahnmal“.
„Es ist über 60 Jahre her. Muss dieser Tag noch sein? Diese wichtige Frage konnte Ruth Schreiber am Tag der Heimat im Saal der Gaststätte Schäfer nur mit einem klaren „Ja“ beantworten.
Wie in den Vorjahren waren zahlreiche Vertriebene aus dem gesamten Altkreis der Einladung des BdV-Ortsverbands Niederlaasphe/Puderbach zu dieser wichtigen Veranstaltung gefolgt, die vom Frauenchor Niederlaasphe mit Dirigent Matthias Nassauer sowie von der Lachsbacherkapelle musikalisch umrahmt wurde. Den Gedenktag bezeichnete die Vorsitzende der BdV-Frauengruppe als, so wörtlich, „Mahnmal“. Gleichzeitig erinnerte sie daran, das Vertreibung auch heute noch stattfindet.
Mit unter den Zuhörern neben dem stellv. Bürgermeister Karl-Heinz Lehmann, dem Kreisvorsitzende Karl Prietzel auch Niederlaasphes Ortsvorsitzende und stellv. Landrätin Waltraud Schäfer. Sie stellte ihre ausführliche Festrede unter das Motto „Erbe erhalten – Zukunft gestalten“.
Rund 60 000 Vertriebene und Aussiedler seien nach dem 2. Weltkrieg ins Siegerland und nach Wittgenstein gekommen, und nicht überall sind sie damals mit offenen Armen empfangen worden. Wohnraum und Lebensmittel waren knapp und mussten dann mit den Vertriebenen geteilt werden. Das führte unweigerlich zu Spannungen, so Waltraud Schäfer, die aber auch die andere Seite der größten Völkervertreibung der Weltgeschichte nicht ausklammerte: Fast alle der Menschen, die ihre Heimat verloren haben, können aber auch von Mitmenschlichkeit oder von Hilfsbereitschaft erzählen.
Mehrfach machte Waltraud Schäfer deutlich, dass der Tag der Heimat nach wie vor nichts von seiner Wichtigkeit verloren habe.
Auch heute noch wird das Andenken an die verlorene Heimat gepflegt – unter anderem in der Ostdeutschen Heimatstube im Banfer Heimatmuseum. Hier ging der ganz besondere Dank der stellv. Landrätin an Ruth Schreiber, die diese wichtige Institution seit vielen Jahren mit Herzblut und großem Engagement hegt und pflegt.
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