Ein beschwingter Jahresauftakt

Die Musiker der Philharmonie Südwestfalen bringen das Publikum im ausverkauften Bad Berleburger Bürgerhaus beschwingt ins neue Jahr.
Die Musiker der Philharmonie Südwestfalen bringen das Publikum im ausverkauften Bad Berleburger Bürgerhaus beschwingt ins neue Jahr.
Foto: WP

Bad Berleburg..  Es sollte ein beschwingter Start ins neue Jahr werden. Dafür, dass beim Neujahrskonzert aber wenigstens anfangs auch ein wenig Nachdenklichkeit mitschwang, sorgte Otto Marburger. Der Vorsitzende der Kulturgemeinde Bad Berleburg erinnerte in seiner Begrüßung nicht nur an die „Schrecklichkeiten der Welt“, sondern auch daran, dass man davor auch in Wittgenstein nicht die Augen verschließen kann. Denn von den „einigen Zehntel Prozent“ der Hundert Millionen, die in Europa eine sichere Zuflucht suchen, finden bis zu 500 eine erste Aufnahme in Bad Berleburg. „Wie in der großen Welt Diplomatie und Interessenausgleich kriegerische Ausein­andersetzungen ersetzen sollten, so sollten wir vor Ort auf Tatsachen statt auf Gerüchte hören und der sozialen Phantasie der runden Tische begleitend vertrauen und versuchen, uns in die Situation der Fremden und ihre Ängste zu versetzen“, griff Marburger eine Diskussion auf, die die Menschen an der Odeborn im vergangenen Jahr begleitet hatte.

Feuerwerk der Melodien

Das unbeschwerte Feiern, das Marburger anschließend für den Abend einforderte, machten die Musiker der Philharmonie Südwestfalen leicht mit einem Feuerwerk an Melodien, die aus der Klassik-Top-Ten hätten stammen können. Beginnend mit der Ouvertüre aus der Operette „Der Zigeunerbaron“ arbeitete sich das Sinfonieorchester bis zur Pause über Tschaikowskys Walzer aus der Serenade in C-Dur über Dvoraks Humoreske bis zur Ungarischen Rhapsodie Nr. 2 von Franz Liszt vor, um sich auch im zweiten Teil des Abends für die Höhepunkte der Populär-Klassik-Abteilung feiern zu lassen. Michail Glinka, Giacomo Puccini, Charles Gounod - alles gute alte Bekannte für Freunde der eher leichteren Klassikgattung, die natürlich zum Neujahrskonzert auch Johann Strauß nicht vermissen mussten, der den bunten Melodienreigen nicht nur eingeleitet hatte, sondern mit dem unumgänglichen Walzer von der blauen Donau offiziell auch beendete. Dass danach noch Zeit genug war für die obligatorische Zugabe, die einst dem Feldmarschall Josef Wenzel Graf Radetzky von Radetz gewidmet war, verstand sich von selbst.

Dass das Publikum im ausverkauften Saal des Bad Berleburger Bürgerhauses neben musikalischen Verwöhnmomenten auch noch einiges Wissenswertes über Komponisten, das Orchester und seinen Chefdirigenten mit nach Hause nehmen konnte, war Verdienst von Beate Schmies. Die Leiterin des WDR-Studios Siegen moderierte locker durch den Abend, erinnerte daran, dass Franz Liszt nicht nur an den Tasten, sondern auch bei den Frauen ausgesprochen erfolgreich unterwegs war, Strauß am liebsten nachts komponiert und in der Philharmonie Südwestfalen Musiker aus 14 Ländern und fünf Ehepaare tätig sind. Mit dem Hornisten Michael Nassauer lernten die Zuhörer auch gleich den neuen Intendanten des Orchesters kennen - und in Charles Olivieri-Munroe einen humorvollen Interviewpartner, der über seine frühere Heimat Kanada und deren Tierwelt plauderte.

So galt der donnernde Applaus am Ende der Veranstaltung nicht nur einer gewohnt ausgezeichneten Leistung des Orchesters, sondern auch den anderen Beteiligten, die dafür sorgten, dass die Welt wenigstens an diesem Abend, wie es sich Otto Marburger zu Beginn gewünscht hatte, ein klein wenig schöner wurde.