Egnar“ & Co. fühlen sich wohl
25.03.2011 | 14:00 Uhr 2011-03-25T14:00:00+0100
Bad Berleburg.„Macht unten zu! Der haut ab!“ dieser Ausruf von Prinz Richard hallte durch den Wald, als der Wisentbulle „Egnar“ wenige Minuten nach seiner Ankunft oberhalb des Forsthauses Homrighausen aus dem Gatter ausgebüxt war.
Jetzt, ein Jahr später, wollen „Egnar“ und seine sieben Artgenossen nicht mehr ausbrechen. „Sie fühlen sich richtig wohl bei uns“, versichert Bürgermeister Bernd Fuhrmann als Vorsitzender des Trägervereins „Wisent-Wildnis-Wittgenstein“. Erst vor wenigen Tagen habe Kreisveterinär Dr. Pelgar den „guten Gesundheitszustand der Tiere“ bestätigt, sagte Wisentwärter Jochen Born und verriet: „ Dieser Tage tollten die Tiere angesichts der warmen Frühlingstemperaturen durch die Wälder und waren gut drauf. Den Winter haben sie trotz 70 cm Schnee bestens überstanden.“ In den kalten Tagen hätten sich die Tiere „stets auf Heu und Grassilage gefreut“, so Born. Zu Gesicht bekommen Wanderer die Schwergewichter sehr selten. Sie sind viel zu weit weg von den Wanderrouten. Und direkten Kontakt hat außer Jochen Born nur der Biologe Philip Schmitz. Der hofft übrigens aktuell (Frühlingsgefühle?) auf Nachwuchs bei der Herde.
Ein im vergangenen April im Gehege zur Welt gekommenes Kalb war kurz nach der Geburt gestorben. Dezimiert wurde die ursprünglich mit neun Tieren bestückte Herde dann im vergangenen September, nachdem Jungbulle „WA 75“ den Kampf um die Rangordnung verloren hatte.
Aus wissenschaftlicher Sicht nimmt das Wittgensteiner Artenschutzprojekt einen hohen Stellenwert ein. Wohl deshalb ist schon jetzt für das Jahr 2012 eine weitere Experten-Tagung in Bad Berleburg geplant.
Zu dem Zeitpunkt dürfte das Schaugehege oberhalb von Wingeshausen längst eröffnet sein. Zurzeit wird dafür eine weitere Herde von voraussichtlich sechs Tieren zusammengestellt. Ein Jungbulle wechselt dann aus dem Auswilderungsgehege auf die andere Seite. Das ist „Horno“.
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