EEW plant weiteres Bürogebäude am Standort Erndtebrück

Erndtebrück..  „Unsere Unternehmensgruppe wird an ihrem Stammsitz in Erndtebrück aktiv bleiben“, betonte der Seniorchef der Erndtebrücker Eisenwerke, Jörg Schorge, jetzt in einem Gespräch mit SPD-Landtagsmitglied Falk Heinrichs und Bürgermeister Karl-Ludwig Völkel, die das Unternehmen gemeinsam besuchten. So ist geplant, demnächst ein weiteres Bürogebäude am Standort Erndtebrück zu errichten.

„Trotz der nach wie vor schlechten Verkehrsanbindung stehen wir also zu unseren Wittgensteiner Wurzeln“, so der EEW-Geschäftsführer. Beim Thema ‚Route 57‘ sicherte Falk Heinrichs dem Unternehmer „volle Unterstützung“ zu: „Wir müssen hier weiter konsequent am Ball bleiben, denn Wittgenstein benötigt eine leistungsfähigere Straßenverbindung. Einstieg muss der jetzt in greifbare Nähe rückende Bau der Südumgehung Kreuztal sein.“

Das 1936 gegründete Unternehmen ist auf große, unter Pulver geschweißte Stahlrohre und Rohrkonstruktionen spezialisiert. Die EEW-Gruppe verfügt inzwischen über sechs Produktionsstätten, drei davon in Deutschland (Erndtebrück, Rostock und Siegen). Ebenfalls produziert wird in Saudi-Arabien, Südkorea und Malaysia. An den sechs Standorten sind rund 1700 Mitarbeiter beschäftigt. Es werden pro Jahr ca. 600 000 Tonnen hochwertige Stahlrohre, z.B. für Öl- und Gasplattformen, Pipelines oder für Windkraftanlagen, hergestellt.

40 Prozent auf der Schiene

In Erndtebrück investierte das Unternehmen in den eigenen Gleisanschluss, so dass 40 Prozent der An- und Abtransporte über die Schiene erfolgen können. „Bei den übrigen Transporten bleiben wir jedoch auf Lkw angewiesen“, stellte Schorge unter Hinweis auf die zurzeit schwierige Situation des Schwerlastverkehrs in der Region fest. Besonders wichtig sei die Durchführbarkeit von Schwertransporten zu den Binnenhäfen an Rhein und Ruhr, insbesondere nach Duisburg.

Dazu erklärte Falk Heinrichs: „Die Sanierung der maroden Brücken im Zuge der A 45 wird leider längere Zeit in Anspruch nehmen. In den nächsten Jahren werden daher zwei zuverlässige Ausweichrouten zwischen dem Kreis Siegen-Wittgenstein und den Binnenhäfen eingerichtet. Da unsere Unternehmen in Sachen Schwertransporte auch möglichst verlässliche Perspektivenbenötigen, investiert das Land NRW hier 120 Millionen Euro.“

30 Lehrstellen

Bei einem Rundgang durch die Hallen konnten sich Falk Heinrichs und Karl-Ludwig Völkel einen Eindruck von den modernen Produktionsverfahren verschaffen.

Falk Heinrichs erkundigte sich auch nach den Ausbildungsaktivitäten: In Erndtebrück hält das Unternehmen für den eigenen Bedarf insgesamt rund 30 Lehrstellen im gewerblich-technischen sowie im kaufmännischen Bereich bereit. Jörg Schorge lobte die Zusammenarbeit mit der Industrielehrwerkstatt Wittgenstein. Zudem forderte er eine stärker an den Belangen der Lehrbetriebe vor Ort orientierte Ausbildung der Berufsschullehrer.