Das aktuelle Wetter Bad Berleburg 1°C
Wasser

Eder könnte weniger Egelvertragen

13.07.2012 | 13:29 Uhr
Eder könnte weniger Egelvertragen
26 Kinder erforschten die Eder bei Womelsdorf. Die Biologische Station Rothaargebirge mit Michael Gertz hatte den NRW-Umweltbus Lumbricus mit Biologe Dietmar Schruck zu Gast. Die Kinder gingen auf bilogische Entdeckungsreise und suchten Tiere, die anschließend bestimmt wurden und etwas über den Zustand der Eder aussagen.

Womelsdorf.   Dietmar Schruck ist überrascht. Der Biologe hat nicht mit so vielen Egeln in der Eder bei Womelsdorf gerechnet.

26 Kinder erforschten die Eder bei Womelsdorf. Die Biologische Station Rothaargebirge mit Michael Gertz hatte den NRW-Umweltbus Lumbricus mit Biologe Dietmar Schruck zu Gast. Die Kinder gingen auf bilogische Entdeckungsreise und suchten Tiere, die anschließend bestimmt wurden und etwas über den Zustand der Eder aussagen.

Dietmar Schruck ist überrascht. Der Biologe hat nicht mit so vielen Egeln in der Eder bei Womelsdorf gerechnet. „Das Wasser ist doch nicht so sauber“, sagt der Fachmann und lässt den Blick von Ufer zu Ufer an der Womelsdorfer Ederbrücke schweifen. Die Ursache für die Tierchen ist klar: Die starke landwirtschaftliche Nutzung entlang des Flusses sorgt für einen hohen Nährstoffeintrag in das Wasser. Entsprechendes lässt sich an den gefundenen Indikatorlebewesen nachweisen.

Aber es ist nicht allein der Eintrag von Düngemitteln oder Gülle. Es gibt noch mehr, was die Eder von einem naturnahen Gewässer unterscheidet. „Hier fehlen die natürlichen Inseln und Uferzonen, die zehn Meter nach links und rechts reichen.“ Schrucks Blick fällt auf die Steinsteckungen an den Ufern. Der Fluss wurde begradigt „Das war vor 100 Jahren so. Man wollte einfach die Flächen haben.“

Gewässer wieder natürlich gestalten

Inzwischen aber setzt ein Umdenken ein. „Todholz fördert den Sauerstoffgehalt im Wasser und Inseln sind aktiver Hochwasserschutz“, weiß der Fachmann. Davon ist die Eder bei Womelsdorf noch weit entfernt. Am Flusslauf in der Kerngemeinde aber arbeiten Gemeinde und Investor Jörg Schorge an einem wieder stärker natürlich aussehenden Flusslauf. Die Renaturierung von Bächen und Flüssen wird bei großen Bauvorhaben ohnehin immer bedeutender – als Ausgleichsmaßnahme für andere, versiegelte oder bebaute Flächen. Ähnliches passierte z. B. vor Kurzem auch an der Odeborn in Bad Berleburg unterhalb der Kläranlage.

„Das ist schon komisch“, schmunzelt Dietmar Schruck, „wir machen das rückgängig, was unsere Vorfahren falsch gemacht haben.“

Lars-Peter Dickel



Kommentare
Aus dem Ressort
Mit jeder Menge Eigenleistung geht’s voran
Dorfentwicklung
Das Projekt „Via Adrina“ in Arfeld macht sichtbar Fortschritte: Die Industriebrache auf dem Gelände der alten Schuhleisten-Fabrik Hartmann verschwindet nach und nach, weil die Bürger sich engagieren. Und ein Architekten-Wettbewerb soll nun zeigen, wie das neue Bürgerzentrum aussehen kann.
Jetzt ist die 100 das erklärte Ziel
Vereinsleben
Der SGV Oberes Lahntal ist Spitzenreiter bei Entwicklung der Mitgliederzahl: Von allen 250 Abteilungen und 36 000 Mitgliedern im SGV NRW-weit verzeichnen die Wanderer in Feudingen und Umgebung damit die meisten Mitglieder-Zuwächse.
Investition in eine sichere Zukunft
Gesundheit
Helios feiert Richtfest am Rohbau der neuen Intensivstation in Bad Berleburg. Damit gewinnt das Akutkrankenhaus an der Gontardslust gravierend an Bedeutung. „Wir investieren in die medizinische Sicherheit und optimale technische Versorgung von Patienten“, betont Chefarzt Dr. Gregor Wistehube.
28 Jahre alter Ladendieb beleidigt Hausdetektiv (65) als „Nazi“ und „Faschist“
Justiz
21. Mai, ein Berleburger Supermarkt. Beim Versuch, eine Packung Lachs zu stehlen, wird ein 28-Jähriger vom Ladendetektiv beobachtet. Der stellt den Dieb zur Rede – und dann geht es los: Beschimpfungen wie „Nazi“, „Hitler“ oder „Faschist“ muss sich der 65-Jährige anhören. Jetzt landete der Vorfall...
Hilfreiche Anlaufstelle für Ratsuchende am Spielacker
Flüchtlingsberatung
Barbara Lenz-Irlenkäuser weiß Rat in Sachen Asylverfahren: Sie ist ab kommenden Montag in der Flüchtlingsunterkunft am Spielacker in Bad Berleburg neue Beraterin rund ums Thema Asylverfahren. Und dabei soll es nicht nur um die Fallstricke der Bürokratie gehen.
Fotos und Videos
Der erste Schnee in Winterberg
Bildgalerie
Wintersport
WP-Schützenköniginnen 2014 gekürt
Bildgalerie
WP-Schützenkönigin
Wittgensteins schönste Seiten 30
Bildgalerie
Leserfoto-Aktion
Gestürzter Kletterer schwer verletzt
Bildgalerie
Kletterunfall