Drogensüchtige fixen auf dem Bürgerhaus-Klo

Bad Berleburg..  Ein Flur vor den öffentlichen Toilettenanlagen im Bürgerhaus am Markt ist über einen bestimmten Zeitraum mit einer Videokamera überwacht worden. „Im Umfeld der Toiletten waren regelmäßig morgens gebrauchte Spritzen gefunden worden. Das bedeutete eine Gefahr für die Reinigungskräfte und das Bürgerhaus-Personal“, bestätigte auf Anfrage die städtische Pressesprecherin Regina Linde. „Aus Gründen der Gefahrenabwehr“, so Linde, sei der Bereich daher zu gewissen Zeiten mit einer Kamera überprüft worden.

Spritze nach Heroinkonsum entsorgt

Denn nachdem die Kriminalpolizei eingeschaltet worden war, hatte sich schnell herausgestellt, dass diese brisanten Funde eindeutig der Rauschgiftszene zuzuordnen sind. Es handelte sich offenbar um von Heroinsüchtigen zurückgelassene gebrauchte Spritzen. Nach Informationen unserer Zeitung soll die inzwischen durchgeführte Auswertung der Aufnahme diese Einschätzung der Polizei bestätigt haben. Zwei aus dem Drogenmilieu bekannte Berleburger Fixer wurden identifiziert. Sie sind inzwischen von der Stadt mit einem Hausverbot belegt worden.

Nach den Vandalismus-Vorfällen in der Bad Laaspher Altstadt (wir berichteten) hatte der dortige Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann auch über die Installierung von „ein oder zwei Webcams“ laut nachgedacht. Mann müsse aber zunächst rechtlich prüfen, ob solche Kameras auch zu Überwachungszwecken eingesetzt werden dürfen. Zumindest, so die Argumentation von Dr. Spillmann, könnten die überwachenden Augen bei potenziellen Vandalen abschreckende Wirkung erzeugen.

Keine generellen Filmaufnahmen

Für die Stadt Bad Berleburg sind Filmaufnahmen an neuralgischen Punkten wie Stadtpark oder Bahnhofsumfeld kein aktuelles Thema. Regina Linde: „Wir sehen von einer generellen Überwachung von Straßen und Plätzen ab, weil das in der Umsetzung sehr schwierig ist.“

Für eine Kommune, das habe das viel diskutierte Beispiel in Meschede gezeigt, darf der öffentliche Raum nicht ohne Weiteres dauerhaft überwacht werden. Sei allerdings „Gefahr in Verzug, wie im aktuellen Fall Bürgerhaus“, dann müsse die Stadt reagieren.

Nachdem in dieser Woche offenbar keine Spritzen mehr gefunden worden waren, ist die Überwachung vorläufig ausgesetzt.