Digitales Lego

Ich gebe zu, das Ganze hat enormes Suchtpotenzial und führt mich am Computer zurück in Kindertage. Früher entstanden Jugendträume ganz handfest und plastisch aus Kunststoff. Lego - „leg godt“ heißt auf dänisch so viel wie „spiel gut“. Und so hab’ ich das auch gemacht. Der kindlichen Kreativität setzte höchstens die Physik - und natürlich der Geldbeutel - beim Zusammenstecken Grenzen. Burgen, Häuser und Raumschiffe sind so entstanden. Heute brauche ich deshalb keine bunten Steine mehr zu kaufen. Am PC und auf den Spielekonsolen hat Minecraft Einzug gehalten. Hier kann ich als Männchen mit grobschlächtiger Grafik nach Herzenslust graben und bauen und muss nur nachts vor fiesen Kreaturen flüchten, die mich und meine Bauwerke bedrohen. Wer einmal nicht nur zugeschaut, sondern sich selbst am Bildschirm auf der Suche nach Bruchsteinen, Erz und Kohle durch einen Berg gegraben hat, ist infiziert. „Ich mach’ mir die Welt, wie sie mir gefällt“, hat Pippi Langstumpf gesungen. Da ist es für mich kein Wunder, dass Minecraft von einem schwedischen Programmierer erfunden wurde. Sozusagen als digitale Antwort auf dänisches Lego.