Die verschwundene Schneeburg

Wingeshausen..  Es schneit und schneit... Da könntet ihr doch nach der Schule auch mal draußen etwas bauen – so wie Aaliyah Keller aus Wingeshausen. Sie hat nämlich einen Schneehaufen ausgehöhlt und sogar eine Geschichte darüber geschrieben. Ob die Erzählung über „Die Schneeburg“ wahr ist, weiß nur die Viertklässlerin der Grundschule Aue-Wingeshausen selbst.

Es ist ein ganz normaler Montag in den Winterferien. Mama und ich sind auf dem Weg zum Edeka-Markt und gehen gerade an der Dorfkirche vorbei. Doch jetzt fragt Mama: „Willst du nicht zu deinen beiden Kusins um die Ecke gehen, so lange ich einkaufe?“ Ich blickte einen Moment um mich und sehe die beiden Jungen einen Schneehügel aushöhlen. Langsam gehe ich auf sie zu. Der Schneehügel sieht klasse aus.

Plötzlich trifft mich ein Schneeball an der Schulter. „Tim, du kleiner Wicht! Dich kriege ich!“, rufe ich und schon kommt es zu einer wilden Schneeballschlacht. „Aaliyah, kommst du?“, höre ich eine Stimme rufen. Ich drehe mich um und da steht auch schon meine Mama. Ich verabschiede mich und gehe dann los. Es ist ein steiler Berg, den wir gehen müssen. Dabei komme ich mir vor, als wäre ich in der Wüste, weil mir so heiß ist. Jetzt sind wir endlich oben angekommen. Ich rase so schnell wie ich nur kann die Treppen hoch und stehe vor einem Schneehaufen. Ich nehme mir die blaue Schüppe und lege los. Ich schaufele und schaufele Schnee auf den Hügel und will unbedingt, dass er so groß wie mein Papa wird.

Aber ich bin so erschöpft. Zum Glück kommt Papa und hilft mir. Wir höhlen gemeinsam den Schneehaufen aus. Nach drei Stunden sieht er schon mehr nach einer Burg aus. Es sieht klasse aus und ich grinse bis zu den Ohren. Es ist mittlerweile schon acht Uhr abends und ich muss gleich ins Bett. Es war ein langer Tag.

Nach acht Stunden Schlaf ist es Zeit aufzustehen. Ich will heute meine Schneeburg verschönern. Ich blicke aus meinem Fenster und will sie erst mal genau betrachten. Doch jetzt bekomme ich einen riesigen Schreck – besser gesagt zwei: Der erste Schreck ist, dass vor meinem Fenster eine riesige Spinne ist und der zweite ist, dass meine Schneeburg weg ist. Spurlos verschwunden, einfach so. Ich kriege Herzklopfen. Ich rufe meinem Papa runter: „Wo ist die Schneeburg?“ Papa sagt etwas traurig: „ Sie ist...“ „Was?“, unterbrach ich ihn. „....weggeschmolzen. Es ist zu warm.“

Ich fange fast an zu heulen. Das kann doch nicht sein. Ich versuche mich zu beruhigen. Aber ich kriege es einfach nicht hin. Ich schreie so laut ich nur kann. Nach ein paar Minuten unterbricht mich mein Papa, um mich zu trösten. Er sagt: „Nächstes Jahr wird es bestimmt noch mal schneien. Aber das muntert mich natürlich nicht auf. Dann hat meine Schwester eine gute Idee: Ich soll schon mal die Sommersachen vom Dachboden herunterholen und mich so fühlen, als wäre ich im Sommer. Sommer geht auch im Winter!