Die guten Geister im stationären Pflegedienst

Bad Berleburg..  Wohl nirgendwo sonst wie im sozialen Bereich ist der Beruf oftmals Berufung. Drei Frauen bestätigen das mit einer Stimme: Petra Wied, Christine Wick und Silvana Lorenz. Sie sind verantwortlich für die Helios Pflegedienste am Gesundheitsstandort Bad Berleburg. Gemeinsam arbeiten sie nach einer Maxime: „Unser Anspruch ist es, jeden Patienten individuell zu behandeln, damit er zufrieden ist.“

Die Messlatte ist ganz schön hoch gelegt, verlangt hohen Einsatz der Mitarbeiter.

Schwestern profitieren

Und? Wie ist solch eine Führungsposition vereinbar mit dem privaten Familienleben? In diesem Punkt möchte der Gesundheitskonzern seinen Angestellten entgegenkommen. Die Geschäftsführerin Personal, Karin Gräppi, ist davon überzeugt, dass „unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nur dann dauerhaft motiviert und engagiert sind, wenn sie ihre beruflichen Anforderungen und ihr Privatleben in Einklang bringen können“. Daher biete Helios verschiedene flexible Arbeitszeitmodelle an, wovon auch in Bad Berleburg Schwestern und Pflegekräfte profitieren.

Nachtschicht

Silvana Lorenz hat als Vertreterin von Pflegedienstliterin Reha, Petra Wied, ihre Arbeitszeiten angepasst und ist sich auch für Nachtschichten nicht zu schade. Im diesem Monat wird sie dann ab und an morgens gegen 6.30 Uhr ihrem Mann „Rüdi“ begegnen, wenn der zu seinem Arbeitsplatz bei SAB aufbricht. Silvana Lorenz hält diese Flexibilität für wichtig; denn „wir wollen, dass alle zufrieden sind, Pflegepersonal wie Patienten“. Um die Schwestern weitgehend zu unterstützen, „gehe ich auch gern mit auf Station“, erzählt Silvana Lorenz, die die Pflegekräfte in der Odebornklinik lange Zeit geführt hat. Dafür und für die Kollegen der Baumrain- und Rothaarklinik ist nun Petra Wied verantwortlich, die gleichzeitig auch Pflegedienstleiterin der Klinik in Hattingen-Holthausen ist. Für den Bereich stehen immer montags Entscheidungen an; tags drauf geht die Woche für Petra Wied in Bad Berleburg weiter. Sie hat seit vier Wochen ihr Hauptbüro im Gebäude der Odebornklinik eingerichtet, leitet hier die Dienstbesprechungen mit den Kollegen der acht Stationsleitungen, mit den Schwestern. Dabei geht es auch um aktuelle Themen, um Belange von Patienten-Angehörigen – und auch um persönliche Schicksale der Erkrankten. Aber damit muss man umgehen. „Ich habe mit den Jahren gelernt,“ räumt Petra Wied ein, „mir nicht alles allzu sehr zu Herzen zu nehmen. Ich bin ein dankbarer Mensch, meine Familie ist gesund, und wir haben keinen Krieg“. Bei allen administrativen Aufgaben, die ihr Beruf mit sich bringt, sei sie „eine Reha-Schwester mit Leib und Seele geblieben“. In Bad Berleburg möchte sie beweisen, dass „moderne Reha möglich ist – mit allen Pflegekräften, denn die sind unser Kapital.“

Talente werden entdeckt

Christine Wick, Pflegedienstleiterin im Akutkrankenhaus, sieht ihre Hauptaufgabe darin, die „Mitarbeiter zu fördern und zu fordern. Das geschieht in vielen Gesprächen zur Personalentwicklung, in denen so manche Talente entdeckt werden.“ Die gebürtige Berleburgerin hat ihre Ausbildung in der eigenen Krankenpflegeschule des Kreiskrankenhauses erhalten, konnte zugunsten ihrer damals kleinen Tochter in Teilzeit arbeiten, hat Fortbildungen – teils an Wochenenden – mit Unterstützung des Arbeitsgebers (erst WAK, dann Helios) wahrgenommen.

„Man muss für diesen Beruf geboren sein“, weiß die Pflegedienstleiterin zu genau und freut sich, „dass man bei der Arbeit so viel Dankbarkeit von den Patienten zurückbekommt. Das gibt unseren Pflegekräften neue Energie und Motivation.“ Und wenn die eigene Mühe mit einem herzlichen Händedruck des Patienten belohnt wird, „dann rührt das einen auch an“, lächelt Christine Wick.