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Die Berleburger Gewürzmühle

26.10.2011 | 13:21 Uhr
Die Berleburger Gewürzmühle
Alfred Schreiber füllt getrocknete Paprika-Flocken in eine Tüte.Fotos:Lars Peter Dickel

Bad Berleburg.Der Geruch ist schwer zu beschreiben. Es ist irgendetwas zwischen orientalischem Basar und Weihnachten. Ein Hauch von Pfeffer, Zimt und Curry. „Echt? Ich riech’ das gar nicht mehr“, sagt der Herr der Gewürze, Alfred Schreiber.

In seiner „Werkstatt“ in der ehemaligen Metzgerei Briel in der Bad Berleburger Poststraße 34 stehen Tonnen voller Pfefferkörner, voller Senfsaat oder getrockneter Paprika. In den Regalen stehen Kartons mit Stangen-Zimt oder Piment. 48 verschiedene Gewürze und Kräuter gibt es hier. „Wir haben eigentlich alles; bis auf ganz exotische Sachen“, sagt der Alertshäuser, der über die Familie in das Gewürzgeschäft gerutscht ist. 1998 hat er die Gewürzmühle mit ihrem reichhaltigen Kundenstamm übernommen.

Das Gros der Metzger

Vor fünf Jahren zog der Kaufmann mit seinem Geschäft „Carl Müller Gewürze“ von der Fasanerie in Bad Laasphe nach Bad Berleburg. „Hier hab’ ich wenigstens auch Laufkundschaft“, sagt Schreiber. Ein Schild braucht er nicht aufzuhängen, denn wenn die Gewürzmühle läuft, „dann riecht es bis auf die Posstraße“.

Das Gros seiner Kunden sind aber die Metzgereien im Umkreis von 100 Kilometern.

„Ja, ich kenn’ sie alle“, sagt der 62-jähriger, „aber es werden immer weniger.“ Insgesamt 43 verschiedene Würzmischungen stellt Alfred Schreiber allein für Wurstwaren her. „Das Geschäft gibt es seit 1940 und so alt sind auch die Rezepte. Das geht über Blut- und Leberwurst, Fleischwurst, Jadwurst. Eigentlich alles...“ Was im einzelnen drin ist in den großen Eimern verrät er aber nicht. „Betriebsgeheimnis“, sagt er.

Kein Glutamat

Eines aber fehlt in allen seinen Gewürzmischungen: „Alles ohne Glutamat“, berichtet Schreiber stolz. Vor ein paar jahren schon habe er den Geschmacksverstärker herausgenommen. „Beschwert hat sich niemand. Außerdem braucht man den auch nicht, wenn alle Zutaten und das Fleisch frisch sind“, weiß er.

Trotzdem werden die Gewürzmischungen aus Bad Berleburg von seinen Kunden immer noch verfeinert: „Die Metzger mengen da immer noch was bei“, sonst würde die Fleischwurst ja überall gleich schmecken.

Aber es sind nicht nur die Fleischer, einige Bäcker und Gastronomiebetriebe, die bei Carl Müller Gewürze einkaufen. „Ich packe auch Tütchen ab und wir beliefern auch ein paar kleinere Tante Emma-Läden“, sagt der Kaufmann. Einen ganz treuen Abnehmer hat Alfred Schreiber in Ungarn. Der bestelle seine Gewürze übers Internet, weil ihm Ungarn zu paprikalastig sei. Aber auch die Hausfrau oder der Hobbykoch kommen zu Schreiber, um sich in dessen orientalisch duftendem Gewürze-Basar mit feinen Pülverchen zu versorgen.

Kontakt

Carl Müller Gewürze, Poststraße 34, 57319 Bad Berleburg

Öffnungszeiten: montags bis freitags 6.30 - 15 Uhr. Mittwochs ist Ausliefertag.

Internet: www.carl-mueller-gewuerze.de

Lars-Peter Dickel

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