Deutliches Zeichen an Siegen-Wittgenstein

Gemeinsam mit ZWS-Geschäftsführer Günter Padt und Landrat Andreas Müller diskutierte die SPD-Kreistagsfraktion Siegen-Wittgenstein aktuelle Fragen des ÖPNV in unserer Region.
Gemeinsam mit ZWS-Geschäftsführer Günter Padt und Landrat Andreas Müller diskutierte die SPD-Kreistagsfraktion Siegen-Wittgenstein aktuelle Fragen des ÖPNV in unserer Region.
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Was wir bereits wissen
Sitzung der SPD-Kreistagsfraktion: Die Eigenwirtschaftlichkeit des ÖNPV in der Region soll erhalten bleiben.

Siegen-Wittgenstein..  Das kostenfreie Schülerticket – also freie Fahrt mit Bussen und Bahnen für Kinder und Jugendliche – stellt ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal für die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe dar. „Wir setzen damit ein deutliches Zeichen für eine familien- und kinderfreundliche Region, gleichzeitig leisten wir einen Beitrag zum Erhalt der Eigenwirtschaftlichkeit des ÖPNV in unseren Kreisgebieten“, betonte Vorsitzender Michael Sittler in der jüngsten Sitzung der SPD-Kreistagsfraktion Siegen-Wittgenstein, an der auch Landrat Andreas Müller und der Geschäftsführer des Zweckverbands Personennahverkehr Westfalen-Süd (ZWS), Günter Padt, teilnahmen.

Ähnliche Regelung im Dual-System?

Inzwischen gilt das Schülerticket nicht nur für Grund- und weiterführende Schulen, sondern auch für die Vollzeitschüler der Berufskollegs. In einem nächsten Schritt wird geprüft, ob auch für Auszubildende, die eine klassische Berufsausbildung im Dualen System absolvieren, eine ähnliche Regelung gefunden werden kann. Dazu erklärte Landrat Andreas Müller: „Eine solche zusätzliche Erweiterung würde allerdings Kosten in Höhe von jährlich mehreren Millionen Euro verursachen, die von Kreis und Kommunen alleine nicht finanziert werden können. Deswegen wird man, wenn die denkbaren Tarifmodelle und die damit entstehenden Kosten noch konkreter ausgearbeitet sind, über mögliche Lösungen für die Finanzierung, z.B. mit den Ausbildungsbetrieben und den Kammern, nachdenken müssen.“

Europaweite Neuausschreibung

Günter Padt informierte die Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion über die anstehende europaweite Neuausschreibung der Busverkehre in unserer Region für den Zeitraum ab 2018. Dabei bleibe es ein wichtiges Ziel, das ÖPNV-Angebot unserer Region zu sichern und die Eigenwirtschaftlichkeit nach Möglichkeit zu erhalten. „Bei der Fortschreibung des Nahverkehrsplans ist beabsichtigt, die Kommunen über Workshops einzubinden, zudem sollen auch die Fahrgäste beteiligt werden“, kündigte der ZWS-Geschäftsführer an. Thema der Diskussion waren auch die Chancen und Probleme, die sich durch eine mögliche Stärkung des Zweckverbandes Personennahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) gegenüber den einzelnen Mitgliedszweckverbänden, wozu auch der ZWS gehört, ergeben könnten.

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Michael Sittler sprach die Dauerbaustelle des Bahnübergangs in Aue (Bad Berleburg) an. „Hier ist nach den vorliegenden Informationen der D-Netz“, so Günter Padt, „eine baldige Lösung in Sicht, die notwendige bauliche Veränderungen an Gleis und Straße umfasst.“ Aktuelle Probleme – z.B. nicht funktionierende Fahrausweisautomaten in den Zügen, aber auch verdreckte Züge – bei der Hessischen Landesbahn (HLB), die seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014 die Strecken der Dreiländerbahn bedient, kamen ebenfalls zur Sprache. „Durch die fehlenden Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf entstehen der öffentlichen Hand keine finanziellen Nachteile. Die HLB ist vertraglich verpflichtet, Fahrkarten zu verkaufen, und muss bei Nichteinhaltung dieser Verpflichtung mit Vertragsstrafen rechnen“, versicherte Günter Padt.

Beeindruckende ZWS-Zahlen

Der ZWS-Geschäftsführer wies ferner auf einige beeindruckende Zahlen hin: Im Bereich des ZWS (Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe) gibt es 183 Bus- sowie neun Bahnlinien. Im Busbereich werdenjährlich 12,9 Millionen Leistungskilometer angeboten, auf der Schiene sind es immerhin 2,9 Millionen Kilometer. SPD-Fraktionschef Michael Sittler betonte abschließend, dass auch der Bund weiterhin für einen attraktiven ÖPNV in den einzelnen Regionen mitverantwortlich sei.