Deutliche Aufwertung des Bundeswehr-Standortes
06.07.2008 | 17:26 Uhr 2008-07-06T17:26:58+0200Erndtebrück. "Der Bundeswehrstandort Erndtebrück ist aus heutiger Sicht struktursicher."
Diese Einschätzung vertrat der Standortälteste, Oberst Dieter Beck, jetzt in einem Gespräch mit dem Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion, Michael Sittler, der stellvertretenden Landrätin Waltraud Schäfer, Fraktionsgeschäftsführer Karl-Ernst Schneider, zahlreichen weiteren Fraktionsmitgliedern und Erndtebrücks Bürgermeister Karl Ludwig Völkel. Die SPD-Politiker verbrachten über drei Stunden auf dem Hachenberg und wurden umfassend über alle Aktivitäten der Bundeswehr am Standort Erndtebrück informiert.
Erndtebrück ist insbesondere Sitz des Einsatzführungsbereichs 2 der Luftwaffe. "Gemeinsam mit unseren Kameradinnen und Kameraden in Meßstetten, Holzdorf/Schönewalde und Aurich überwachen wir an 365 Tagen im Jahr sowie 24 Stunden täglich den Luftraum über der Bundesrepublik Deutschland. Alle erfassten Flugobjekte werden in einem identifizierten Luftlagebild dargestellt. Auch sind wir für die Steuerung von Gegenmaßnahmen bei Luftraumverletzungen zuständig", erläuterten Oberst Beck und seine Mitarbeiter. In der Operationszentrale (Control and Reporting Centre / CRC) konnten die Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion den Soldatinnen und Soldaten über die Schulter schauen und beobachten, wie die aktuellen Daten der angebundenen Radarsensoren zu einem digitalisierten Bild zusammengefasst werden.
Oberst Dieter Beck: "Wir arbeiten hier mit modernster Technik und sind vor allem auch auf eine ständige Pflege und Aktualisierung unserer speziellen Software angewiesen." Dafür gibt es in Erndtebrück das "Programmierzentrum der Luftwaffe für Luftverteidigung", in dem hochqualifizierte Soldaten und Zivilisten arbeiten.
Umfangreiche Bauaktivitäten auf Kasernengelände
Im Bereich der Software-Bearbeitung wird es jedoch ab 2009 grundlegende Veränderungen geben. Das Programmierzentrum der Luftwaffe für Luftverteidigung sowie das Programmierzentrum für das Führungsinformationssystem der Luftwaffe im rheinland-pfälzischen Birkenfeld werden aufgelöst und in der Folge das Systemunterstützungszentrum Führungsdienst mit einem deutlich erweiterten Aufgabenbereich am Standort Erndtebrück neu aufgestellt. Dieses wird dann über 151 Dienstposten verfügen.
Ob diese Stellen zügig besetzt werden können, bleibt allerdings noch offen, da derartige Fachkräfte zur Zeit Mangelware sind. Verlockende Konditionen auf dem Arbeitsmarkt aber auch mögliche Auslandseinsätze könnten sich hier nachteilig auswirken.
"Der Standort Erndtebrück wird durch diese bevorstehenden Veränderungen aber eine deutliche Aufwertung erfahren", unterstrich Oberst Dieter Beck. Dies gelte sicherlich auch durch die umfangreichen Bauaktivitäten auf dem Kasernengelände, wo gerade ein neues Gebäude für den Einsatzführungsdienst errichtet wird. Hinzu komme, so Beck, dass Erndtebrück zentraler Standort für die lehrgangsgebundene Ausbildung von Kräften des Einsatzführungsdienstes sei. Der Oberst wies ferner darauf hin, dass der Luftwaffenstandort in Zusammenarbeit mit dem Siegener Berufsbildungszentrum (bbz) jungen Menschen vor Ort eine Aus- und Weiterbildung zum IT-System-Elektroniker anbietet, die nach Beendigung der Dienstzeit (8 bis12 Jahre) auch zivilberuflich verwertbar sei. In Erndtebrück absolvieren bis zu 72 Soldaten, darunter auch junge Frauen, eine solche Ausbildung.
SPD-Fraktionschef Michael Sittler bedankte sich für das interessante Besuchsprogramm und erklärte: "Was wir heute gesehen und erfahren haben, stimmt uns hinsichtlich der künftigen Entwicklung des Bundeswehrstandortes hier in Erndtebrück optimistisch. Der Standort ist für unsere Region auch in wirtschaftlicher Hinsicht von großer Bedeutung. Die Bundeswehr ist nicht nur selbst ein wichtiger Arbeitgeber, sondern von ihr gehen auch wichtige Impulse etwa für den Einzelhandel oder das Handwerk in Wittgenstein und Umgebung aus."
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