Der Walzer als Wunschtraum

Mitreißender Esprit und Einfühlungsvermögen des Dirigenten auf der einen sowie die gefühlvollen Interpretationen und das homogene Spiel der Philharmoniker auf der anderen Seite, beeindruckten auch in der Lahnstadt.
Mitreißender Esprit und Einfühlungsvermögen des Dirigenten auf der einen sowie die gefühlvollen Interpretationen und das homogene Spiel der Philharmoniker auf der anderen Seite, beeindruckten auch in der Lahnstadt.
Foto: WP

Bad Laasphe..  Allen Umwälzungen zum Trotz. Der Walzer als Vision der Tage eines unbeschwert und genießerisch vereinten Bürgertums im 19. Jahrhundert hat als Wunschtraum vom glücklichen, sinnenhaften Leben gerade in unserer technisierten Welt nach wie vor seinen Platz. Denn was wäre ein Neujahrskonzert ohne diesen Inbegriff Wiener Charmes?

Das hatten sich auch die Musiker der Philharmonie Südwestfalen unter dem Dirigat von Charles Olivieri-Munroe gedacht und neben den Ouvertüren zur Operette „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauß, Michail Glinkas Oper „Ruslan und Ludmila“ und Franz von Suppés Operette „Pique Dame“ sowie weiteren unterhaltsamen Kompositionen die heimliche Nationalhymne Österreichs „An der schönen blauen Donau“ (Johann Strauß) sowie die Walzer aus Charles Gounods Oper „Faust“ und Aram Khatchaturjans „Masquerade Suite“ mitgebracht.

Fantastische melodische Einfälle, die in der Spannung zwischen verschmitzt, liebenswürdig und geheimnisvoll tendierten, bestimmten den Verlauf des nach Bad Berleburg zweiten Neujahrskonzerts im Wittgensteiner Land, zu dem der Kulturring Bad Laasphe in die Aula des Städtischen Gymnasiums eingeladen hatte.

Geben und Nehmen

Es entwickelte sich ein Geben und Nehmen, wie es nur von in gleichem Rhythmus und im selben Pulsschlag agierenden Musikern erreicht wird, die jeden Gedanken des Mitspielers intuitiv erfassen. Alles zusammengeführt von Charles Olivieri-Munroe, der mit der Gelassenheit und dem Charme eines Profis fein nuancierte. Stehende Ovationen an der Lahn für einen von Beate Schmies moderierten bemerkenswerten Konzertabend, der mit dem begeistert aufgenommenen „Radetzky-Marsch“ seinen Abschluss fand.