Der Fahrplan für die Sekundarschule steht

Die Realschule Erndtebrück soll der Standort für die private Sekundarschule werden.
Die Realschule Erndtebrück soll der Standort für die private Sekundarschule werden.
Foto: WP

Erndtebrück..  Die Gemeinde Erndtebrück arbeitet mit allen Kräften daran, eine private Sekundarschule an der Eder zu installieren. Schon zum Schuljahr 2016/2017 soll sie eröffnen. Anfang der Woche waren Bürgermeister und Kämmerer zusammen mit dem EEW-Geschäftsführer Christoph Schorge bei einem Düsseldorfer Fachanwalt, um sich über die Möglichkeiten der Trägerschaft zu informieren, am Mittwochabend befasste sich der Arbeitskreis Schule intensiv mit dem Thema. Auch dabei standen rechtliche Grundlagen, Trägerkonstellation und Fördervereinsstruktur im Mittelpunkt.

Bürgermeister Karl-Ludwig Völkel bestätigte gestern gegenüber unserer Zeitung, dass es bereits einen konkreten Fahrplan gibt, nach dem die Beteiligten arbeiten wollen, um spätestens im Oktober einen entsprechenden Antrag bei der Bezirksregierung zu stellen. Zunächst müsse sich ein Träger bilden und ein Förderverein konstituieren, verweist Völkel auf die naheliegenden Schritte, die alle noch vor der Sommerpause eingeleitet werden. Ungeklärt ist derzeit noch, ob der Träger ein Verein oder eine gemeinnützige GmbH sein wird. Das entsprechende Konzept soll von dem Fachanwaltsbüro erarbeitet werden. Ebenfalls vor den großen Ferien möchte Völkel die Eltern der Klassen 3 und 4 der Grundschule informieren, damit sie weitergehende Beschulungsmöglichkeiten in Erndtebrück kennen.

Sicher scheint derzeit, dass das Gebäude der Realschule künftig als private Sekundarschule genutzt werden soll. Völkel: „Der Rektor hat seine Mitarbeit zugesagt und will auch eine entsprechende Vorarbeit leisten.“ Dabei gehe es unter anderem darum, ein Konzept zu erarbeiten und besondere Schwerpunkte herauszuarbeiten.

Partner gesucht

Notwendig ist es auch, einen Kooperationspartner für den Sekundarbereich II zu finden. Dafür kommen alle Berufskollegs und Gymnasien in Frage.

Auf Unterstützung von der Landesregierung oder aus Düsseldorf hoffen die Erndtebrücker Initiatoren bei ihrer Initiative zur Gründung einer privaten Ersatzschule nicht. Völkel: „Die Bezirksregierung wird alles versuchen, das zu verhindern. Wobei sie genau weiß, dass sie genehmigen muss, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Ich sehe die Einschüchterungsversuche der Bezirksregierung gelassen.“

Völkel ist sich dabei der breiten Unterstützung aus der Bevölkerung und der Wirtschaft sicher. Auch Christoph Schorge wertet die Erndtebrücker Initiative in Sachen Schule als „vielversprechend“: „Ich unterstütze das sowohl privat wie auch als Unternehmer.“

Letztlich, so Völkel, trage das Land selbst die Schuld an derartigen Entwicklungen: „Ich selbst bin auch grundsätzlich für eine staatliche Schule. Aber wenn die Hürden so hoch gesetzt werden, dass die nicht mehr möglich ist, dann gehen wir eben den Weg zu einer privaten Schule, weil wir davon überzeugt sind, dass eine Schule im Sekundarbereich für die Gemeinde notwendig ist.“

Ohne Partnerschaften

Und auch auf die Nachbarkommunen bauen die Erndtebrücker Politiker in Sachen gemeinsamer Schulentwicklung nicht mehr: „Die haben sich seit Jahren nicht bewegt. Und wir bekommen ab dem Schuljahr 2017/2018 ein Problem in der Realschule, weil die Schülerzahlen der Eingangsklassen unter 50 liegen.“ Auf eine Sonderbehandlung durch das Land setzt Völkel eher nicht: „Ich verweise auf die Diskussion um die Eingangsklassen der Hauptschule. Da hat uns die Bezirksregierung demonstriert, wie sie damit umgeht.“

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