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Der erste Schritt ist gemacht

01.03.2016 | 05:34 Uhr

Wittgenstein Analyse WP/WR von 26. Februar: Die Region ist in besonderer Weise vom demografischen Wandel betroffen. Auf der einen Seite gibt es überdurchschnittlich gute Rahmenbedingungen für die zukünftige Entwicklung, wie z.B. niedrige Arbeitslosenquoten und beste Umweltbedingungen. Andererseits reicht dies offensichtlich nicht aus, um auch mit der Bevölkerungsentwicklung zumindest mit dem Durchschnitt von Nordrhein-Westfalen Schritt zu halten: Hier haben die regionalen Städte und Gemeinden eher stärkere Bevölkerungsverluste durch zu wenige Zuzüge im Vergleich zu den Fortzügen.

Aber der erste wichtige Schritt im Umgang mit dem demografischen Wandel wird offensichtlich in Wittgenstein gegangen, nämlich auf der Basis von nüchternen Analysen die wichtigen Themen und Ansatzpunkte zu identifizieren und dann kommunale Strategien zu entwickeln. Die in dem Artikel genannten Überschriften skizzieren ja bereits wichtige Themenfelder.

Auf zwei weitere Aspekte möchte ich hinweisen: 1. Zuzüge in eine Stadt oder Gemeinde und Fortzüge hieraus, die sogenannten „Wanderungsbewegungen“, gehören seit Menschengedenken zu den normalsten Veränderungen, die so stattfinden. In den letzten Jahren haben die allermeisten Städte und Gemeinden der Region rund 5 Prozent ihrer Einwohner durch Fortzüge verloren und gleichzeitig rund 5 Prozent durch Zuzüge wieder hinzugewonnen. Es ist also ohnehin viel Bewegung in der Bevölkerung. Ob eine Stadt durch Wanderungen Bevölkerung hinzugewinnt oder verliert, liegt an der Differenz zwischen Zuzügen und Fortzügen. Insofern reichen schon etwas weniger Fortzüge und etwas mehr Zuzüge aus, um das Wanderungssaldo positiv zu beeinflussen.

2. Die geschilderten Wanderungsbewegungen werden zukünftig tendenziell eher noch zunehmen: Vor allem die mobilen jungen Menschen passen sich den veränderten Arbeitsbedingungen an und ziehen öfter um, um sich dann erst relativ spät dauerhaft an einem Lebensort niederzulassen und z.B. eine Familie zu gründen. Hierin stecken für die Region auch besondere Chancen. Allerdings müsste dann auch geprüft werden, ob die bestehenden Wohnangebote auch zu den veränderten Mobilitätsgewohnheiten passen.

Eine einseitige Fokussierung der Debatte um den Wohnungs- und Häusermarkt auf deren Neubau und den Ankauf von Häusern und Eigentumswohnungen verdeckt den Blick auf den für Mobile wichtigen Mietwohnungsmarkt. Dieser bleibt ja auch im Artikel vollkommen unbeleuchtet. Eine ausreichende Anzahl von Mietwohnungen mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis locken dann auch eventuell den qualifizierten Arbeitnehmer aus anderen Bundesländern an, auf den die hiesige Wirtschaft – nach eigenem Bekunden – ja so angewiesen ist.

Forschungsprojekt „Attraktivität von Städten und Regionen“ Universität Siegen

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2016-03-01 05:34
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