Der Boden im Brauereigasthof vibriert im Takt der Musik

Bad Laasphe..  Handgemachte American Roots Music live präsentiert – das ist der Ansatz der Veranstaltungsreihe „Hillbilly Hoedown“, zu der die Bad Laaspher Country-Band „The Henhouse Ramblers“ regelmäßig eine weitere Band des Genres zu einem gemeinsamen Konzert einlädt. Aufgrund der Erkrankung eines Bandmitglieds mussten die Lahnstädter am Samstag allerdings auf ihren Auftritt verzichten, sodass die eingeladene Formation „Dr. Bontempi´s Snake Oil Company“ im Brauereigasthof „Zur Sonne“ auf ein Alleinstellungsmerkmal verweisen konnte.

Südstaaten Folklore

Zu hören war von den Gästen aus dem benachbarten Hessen eine Mischung aus alten Blues-Songs, schwarzem Rhythm’n’Blues, Gospels und weißem Hillbillyaus den 30er- bis 50er-Jahren – eben die ganze Südstaaten-Folklore, wie man sie in einem Saloon voll mit Farmern, Landarbeitern und Truckern vermutet und erwartet.

Wie die alten Medizin-Shows im Wilden Westen das Schlangenelexier als Wundermittel gegen alle Arten von Gebrechen feilboten, so kredenzten die Mitarbeiter der Bontempi Snake Oil Company der geneigten Landbevölkerung gecoverte Ohrwürmer wie das „Matterhorn“ der Countrymen, „Train to Satansville“ von Ruby Ann, Dick Strattons „Pistol Boogie“ oder Eddie Rabbitts „You don´t love me anymore“ in ihrer ursprünglichsten Form: eine Bassfiedel, eine Geige, eine Mundharmonika, eine Strom- und eine Akustikgitarre als Instrumentarium der Band.

Musikalisches Schlangenelexier

Ohne Schlagzeug also, aber trotzdem mit unendlich viel Rhythmus. Wie das geht? „Üben, üben, üben. Und sich natürlich jeden Tag ein paar Tropfen Dr. Bontempis Snake Oil auf die Zunge träufeln (Insider sprechen hier von kalt gepresstem Schlangenöl) – das hilft für und gegen alles.“ Das sagt uns Meister Marcel Bontempi vor Konzertbeginn und verweist auf die kleinen, mit einer giftgrünen Flüssigkeit gefüllten Fläschchen am Merchandise-Tisch. Und die Band war mächtig gut drauf: Mal hatte Henning Eichler mit seiner Mundharmonika einen Soloauftritt, der mit besonderem Applaus bedacht wurde, mal waren es die erst 17-jährige Franzi Deiss mit ihrer Fiedel oder „Iggy“ mit seinem Hundehüttenbass, die musikalische Akzente in der „Sonne“ setzten. Die Besucher waren jedenfalls von den facettenreichen Darbietungen der Gruppe angetan, klatschten im Rhythmus mit oder bewegten sich im Takt. Der Laaspher Discjockey Hartmut Kammler, auch bekannt unter dem Pseudonym Rambling Hoss, sorgte als Ergänzung am Plattenteller mit rockender und rollender Musik der Fünfziger Jahre dafür, dass an diesem Abend das Stimmungsbarometer steil nach oben schnellte.