Den Parkgroschen bereithalten
22.02.2012 | 15:01 Uhr 2012-02-22T15:01:00+0100
Bad Berleburg.Bereits im Spätsommer diesen Jahres dürfte das Parken in der Berleburger Unterstadt und rund ums Schloss Geld kosten. Der Bauausschuss hat dafür die Ampel auf „Grün“ gestellt und die Parkraumbewirtschaftung in Gang gesetzt.
Genau darauf ist das in Wickede und Berlin beheimatete Unternehmen „Stadt und Raum“ nach Angaben seines Geschäftsführers Stephan Dietrich spezialisiert. Die Ingenieurgemeinschaft aus Stadtplanern und Architekten wird in den nächsten Wochen in der Kernstadt das Parkverhalten der Autofahrer untersuchen. „Wir müssen dabei den Parkdruck der Bewohner, Kunden und Beschäftigten abwägen“, erläuterte Dietrich. Daher würden auch Teile der Kfz-Kennzeichen erfasst, um festzustellen, wie und wie lange die städtischen Parkplätze belegt werden.
Im Sinne der Anlieger
„Stadt und Raum“ werde die Bewirtschaftungsformen auch in Sinne der Anlieger untersuchen, sagte Stephan Dietrich und gab damit dem Ausschussvorsitzenden Wolfgang Nau (CDU) die Vorlage: „Das Ganze muss unter allen Umständen mit dem Einverständnis der Bürger erfolgen“, bekräftige Nau die Meinung der Ausschussmitglieder. Niemand dürfe das „Gefühl haben, dass einem etwas übergestülpt wird.“
Gleichwohl machte SPD-Fraktionsvorsitzender Bernd Weide deutlich: „Wir machen die Bewirtschaftung des Parkraums, um Einnahmen zu erzielen, damit wir mit dem Geld die Infrastruktur in Bad Berleburg aufrecht erhalten können.“ Gerechnet wird mit jährlichen Einnahmen von 200 000 Euro. Weide bat die Planer, die Radwege in der Kernstadt mit ins Projekt einzubeziehen. „Wenn wir das hinbekommen, bleibt vielleicht das ein oder andere Auto in der Garage“, hofft Weide.
„Noch nicht schlüssig“
Das Planungsunternehmen hat bundesweit, u.a. auch in Winterberg, die Parkraumbewirtschaftung eingerichtet und die Betreuung übernommen. Aber für Karl-Heinrich Sonneborn (SPD) sei das Berleburger Konzept letztlich „noch nicht schlüssig“. Er mutmaßte, dass „in Winterberg die Touristen das Geld bringen, aber hier bei uns die Bürger bezahlen.“
Kämmerer Jürgen Weber konstatierte, dass „wir hier keine oder im Winter nur eine geringe Parkraumnot haben. Allerdings parken hier manche wie die Notärzte vor Einfahrten und im Halteverbot.“ Weber möchte Gespräche zu den großen Einkaufsmärkten aufnehmen, um auch deren Parkplätze in das Konzept einzubeziehen; denn „unsere Banken und Unternehmen bewirtschaften auch ihre eigenen Parkplätze“.
Wie das Konzept schließlich aussehen kann, soll im April öffentlich vorgestellt werden; danach folgt die Beteiligung der Bürger, der Kaufmannschaft sowie Gewerbe und Dienstleister.
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