Daumen drücken bei der Oscar-Verleihung

Im Oktober 2012 noch im Sanitätshaus Kienzle, jetzt als Drehbuch-Autor für den Oscar nominiert: Der Neuseeländer Anthony McCarten bringt dem Geburtstagskind Claudia Schwarz ein Ständchen.
Im Oktober 2012 noch im Sanitätshaus Kienzle, jetzt als Drehbuch-Autor für den Oscar nominiert: Der Neuseeländer Anthony McCarten bringt dem Geburtstagskind Claudia Schwarz ein Ständchen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Berleburger erinnern sich gern ans „Literaturpflaster“ mit dem Künstler Anthony McCarten an der Gitarre. Inzwischen macht der Neuseeländer international von sich reden – als Filmemacher.

Bad Berleburg. Er singt, spielt Gitarre, erzählt wundervolle Geschichten zu Land, Leuten und Familie. Was im Herbst 2012 zur Literaturpflaster-Lesung des Werkes „Ganz normale Helden“ mit dem neuseeländischen Autor, Regisseur und Filmemacher Anthony McCarten im Berleburger Sanitätshaus Kienzle erlebbar war, warf ein kleines Stück seine Schatten aufs Jetzt voraus.

Seit 25. Dezember ist der Film der Universal Pictures „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ („Theory of Everything“) über das Leben des Quantenphysikers Stephen Hawking in den Kinos. Das Drehbuch schrieb kein geringerer als Anthony McCarten, zudem ist er Co-Produzent. Nun wurde er nominiert für die Oscar- und Bafta-Awards (British Academy of Film and Television Arts).

Nominierung nicht überraschend

„Das dies so kam, überrascht mich in keinerlei Hinsicht“, bekennt Rikarde Riedesel. Die Berleburger Stadtarchivarin ist Hauptorganisatorin des Bad Berleburger Literaturpflasters und kann sich an den „Mann mit der Klampfe“ voll Freude erinnern. „Seine Werke, sein Erzählstil lässt in meinem Kopf ad hoc einen inneren Film ablaufen. Sehe ich mir dann die Filme zu seinen Büchern an, bin ich bestätigt. Ich finde die Nominierung supertoll, gratuliere ganz herzlich und hoffe natürlich, dass er die großartigen Auszeichnungen am 8. und am 22. Februar in Los Angeles entgegen nehmen kann.“ Einen kleinen „Oscar“ hat er sich aber auch schon in Bad Berleburg verdient. „Sein Gitarren-Ständchen zu meinem Geburtstag damals während der Lesung war großartig – daran erinnere ich mich sehr gern“, schwärmt Claudia Schwarz vom Sanitätshaus Kienzle. Auch Familie Grobbel vom „Landhaus Wittgenstein“ denkt oft an den Aufenthalt und die freundschaftliche Begegnung mit ihrem Hausgast Anthony McCarten zurück. Monika Grobbel ist im Gespräch mit der Heimatzeitung keinesfalls überrascht über die Nominierungen des Autors. „Er ist ein absoluter Menschenfreund, das ist in jeder seiner Zeilen lesbar. Wir haben ihn hier als wundervollen Mann, ganz natürlich und zuvorkommend, erlebt.“

Dem Gast ein Oberhemd gebügelt

Dem jüngsten Sohn des Hauses, Florian (heute 17), hat er ein Autogramm auf die Eintrittskarte gegeben und ihn in seinem eigenen Tun als Hobby-Autor des „Kleinen Koboldino“ bestärkt. „Anthony McCarten hilft seinem Gegenüber immer mit unkonventioneller Art, sich ihm im Gespräch zu nähern, indem er selbst den Kontakt zu Menschen sucht“, beschreibt Monika Grobbel ihren Gast, dem sie ein Oberhemd gebügelt hat und abends spät noch Tee kochen durfte.

Anthony McCarten greift wunde Punkte des Lebens in seinen Werk-Inhalten auf, geht tief in die menschliche Seite und bebildert mit Worten wie kaum ein anderer seines Genres. An ihn erinnern sich natürlich auch die Zuhörer im Sanitätshaus Kienzle und gratulieren sicher alle zur Oscar- und Bafta-Nominierung.