Das Wissen weitergeben

Kriegsereignisse vor 70 Jahren in Wittgenstein. Sehr geehrter Herr Dickel! Zu dieser aus meiner Sicht glückhaften Serie möchte ich Ihnen gratulieren und mich gleichzeitig bedanken.


Mit dieser Serie nehmen Sie fast ein Alleinstellungsmerkmal in der hiesigen Presse ein. Damit haben Sie etwas für das Bewusstsein von uns Wittgensteinern getan, was entscheidend dazu beitragen kann, die Fehler der Vergangenheit, sprich jegliches Denken und Handeln in Richtung Diktatur, zu wiederholen. Aufgrund Ihrer Artikel wurde ich vielfach auf der Straße angesprochen. Dabei zeichnete sich eine Tendenz

in den Aussagen ab, die mir Angst macht. Etliche,es waren immer Ältere, stimmten der Wichtigkeit der Berichte zu. Dann kam aber ein „Aber:“ Die jungen Leute winken ab,

interessieren sich nicht dafür.


Ich bin tief davon überzeugt, dass das nur ein Pauschalurteil ist – und solche sind immer falsch. Aber sollte da etwas dran sein? Träfe das zu,

bestände für Ihre Serie eine zusätzliche Existenzberechtigung. Denn aus böser Absicht handelte man so sicherlich nicht, sondern aus mangelndem Bewusstsein.


Den jetzt noch lebenden 80- bis 85-jährigen Mitbewohner Wittgensteins und damit vielleicht den letzten noch lebenden Augenzeugen des schrecklichen 2. Weltkrieges möge diese Erkenntnis als Antrieb dienen, ihr Wissen weiterzugeben.